Die Ängste hinter einem starken Athleten – mit Teresa Enke

24 Okt. ‘25
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Paula Fenker

Podcast-Cover: Folge 2 des OpenUp-Podcasts mit René Adler und Milan Marcus, zu Gast ist Teresa Enke.

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OpenUp mit René Adler & Milan Marcus: der neue Podcast über mentale Gesundheit, Mut und die menschliche Seite von Hochleistung. In der zweiten Folge sprechen die Hosts mit Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung.

Manchmal sieht man nur den Glanz. Die Stadien, den Jubel, die Trophäen. Doch hinter diesem Erfolg liegen oft stille Kämpfe, über die kaum jemand spricht. In dieser Folge von OpenUp mit René Adler & Milan Marcus spricht Teresa Enke offen darüber, wie Leistungsdruck, Identität und mentale Gesundheit miteinander verwoben sind – und warum Offenheit Leben retten kann.

Zwischen Glanz und Druck

Fußball ist Leidenschaft, aber auch ein System, das von Leistung lebt. Für viele Profis ist die Nummer auf dem Trikot eng mit ihrem Selbstwert verbunden. Teresa Enke beschreibt, wie ihr Mann Robert – Nationaltorwart und Publikumsliebling – immer mehr in diesen Strudel geriet: „Wenn die Kickernote schlecht war, war die ganze Woche schlecht.“

Auch René Adler kennt diesen Mechanismus: „Du bist so gut, wie dein letztes Spiel war.“

Beide sprechen darüber, wie sich Erfolg und Selbstwert gefährlich vermischen können – und warum der Körper oft der Erste ist, der reagiert, wenn der Kopf zu viel trägt.

Das unsichtbare Gewicht von Erwartungen

Teresa erzählt, wie der äußere Druck irgendwann zum inneren Kampf wurde. Nicht nur für Robert, sondern auch für sie als Partnerin: „Ich konnte nur hoffen, dass die Woche ruhig bleibt – oder dass ein gutes Spiel alles wieder ins Lot bringt.“
Im Profifußball dreht sich alles um Stabilität, Routinen, Kontrolle. Für Robert bedeutete das: immer dieselben Abläufe, dieselben Rituale – ein Versuch, Sicherheit zu schaffen in einer Welt, die keine Pausen kennt.

Doch wenn das System ins Wanken gerät, wird es gefährlich.

René beschreibt es so: „Du lernst in deiner Jugend, dass Fehler nicht erlaubt sind. Aber wenn du nie lernst zu scheitern, weißt du später nicht, wie du damit umgehen sollst.“

Über Stärke, Verletzlichkeit und Hilfe annehmen

Was dieses Gespräch so besonders macht, ist die Ehrlichkeit. Teresa spricht nicht nur über Verlust, sondern über das Weitergehen – über das Leben nach dem Stillstand.
Sie erzählt, wie ihre Tochter Leila sie eines Tages mit einem Satz wachrüttelte: „Mama, wein nicht.“

Das war der Moment, in dem sie sich Hilfe suchte. Ein Schritt, der Mut braucht – und der zeigt, dass mentale Stärke oft dort beginnt, wo man Schwäche zulässt.

René reflektiert im Gespräch, wie sich der Umgang mit mentaler Gesundheit verändert hat: „Viele spielen heute unter Antidepressiva – das ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt, dass wir endlich beginnen, hinzuschauen.“

Wie sich die Haltung verändert hat

Heute – dank Menschen wie Teresa Enke – ist mentale Gesundheit im Sport kein Tabu mehr.

In Nachwuchsleistungszentren arbeiten Psycholog*innen, Trainer*innen lernen, sensibel auf mentale Belastung zu reagieren, und Medien berichten sachlicher über Depression.

Aber Teresa erinnert daran: „Wirklich wichtig ist, dass Betroffene sich sicher fühlen. Dass sie wissen: Du bist nicht allein, und du bist normal.“

Diese Botschaft gilt nicht nur für den Sport. Sie gilt für uns alle – im Beruf, im Alltag, in Momenten, in denen der Druck zu groß wird.

Was wir alle daraus lernen können

Leistung ist wertvoll. Aber sie definiert nicht, wer wir sind. Wir brauchen Räume, in denen über Erschöpfung gesprochen werden darf, ohne Angst, bewertet zu werden.
Wir brauchen mehr Verständnis, mehr Prävention – und den Mut, Hilfe zu holen, bevor es zu spät ist.

Offenheit ist kein Risiko. Sie ist ein Schritt Richtung Heilung.

Zum Weiterhören

👉 OpenUp mit René Adler & Milan Marcus – Folge mit Teresa Enke: Wenn Erfolg zur Last wird – über die leisen Kämpfe hinter dem Profifußball.

Ein Gespräch über Druck, Liebe, Verletzlichkeit – und darüber, wie man weitergeht, wenn alles stillsteht.

⚠️ Hinweis

In dieser Folge geht es auch um das Thema Suizid.
Wenn dich das belastet oder du selbst in einer Krise bist, wende dich bitte an vertraute Menschen oder professionelle Hilfe:

Telefonseelsorge (24 h, kostenlos & anonym): 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
www.telefonseelsorge.de