Amsterdam/Berlin, 23. Juni 2025 – Die mentale Gesundheit ist einer der wichtigsten Faktoren der darüber entscheidet, wie Menschen arbeiten, führen und leben können. Doch gerade am Arbeitsplatz bleibt das psychische Wohlbefinden zu häufig auf der Strecke. Das zeigt eine Studie im Auftrag von OpenUp, für die Censuswide 500 deutsche Arbeitnehmende und 251 deutsche Führungskräfte befragt hat*. 95 Prozent der befragten Arbeitnehmenden geben zu, dass ihre Arbeit sich bereits negativ auf ihre mentale Gesundheit ausgewirkt hat – ein Drittel erlebt diese Belastung sogar regelmäßig.
Zwischen Anspruch und Realität
Die Arbeitswelt von heute hat Fürsorge und Mitarbeiterbindung zu ihren Kernwerten erklärt. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine alarmierende Lücke, wie die Ergebnisse der Befragung zeigen. 85 Prozent der befragten Führungskräfte sind überzeugt, ihren Teams ausreichend mentale Unterstützung zu bieten. Die Mitarbeitenden sehen das gänzlich anders:
- 61 Prozent sagen, dass ihre Führungskraft noch nie ein Gespräch zur mentalen Gesundheit initiiert hat.
- Nur 19 Prozent sprechen überhaupt mit ihrer Führungskraft über das Thema.
- Gerade einmal 17 Prozent fühlen sich dabei wirklich wohl.
- Lediglich 13 Prozent fühlen sich vollständig von ihrer Führungskraft unterstützt.
„Wir sehen eine deutliche Diskrepanz zwischen Absicht und Wirkung. Manager:innen meinen es oft gut, aber Mitarbeitende nehmen deren Unterstützung als nicht sichtbar oder wirksam wahr. Das ist riskant für das mentale Wohlbefinden im Team und, daraus resultierend, Engagement, Produktivität und Mitarbeiterbindung“, sagt Gijs Coppens, Psychologe und Gründer von OpenUp.
Zwischen Bewusstsein und Überforderung
Eine positive Erkenntnis der Studie: Das Thema mentale Gesundheit ist in vielen Führungsetagen angekommen. 90 Prozent der befragten Führungskräfte sind überzeugt, dass die Priorisierung psychischer Gesundheit im Team die Gesamtleistung steigert. 84 Prozent erklären, dass auch ihre Geschäftsführung das Thema mit hoher Priorität vorantreibt. Doch vom Entwickeln des Bewusstseins bis zur Einführung angemessener Angebote ist es ein langer Weg. Die Herausforderungen dabei:
- Zwar fühlen sich 85 Prozent der Führungskräfte gut ausgebildet, um mit mentalen Belastungen im Team umzugehen.
- Doch gleichzeitig sagen 46 Prozent, dass sie sich durch die Doppelbelastung aus Leistungsdruck und Fürsorgepflicht überfordert fühlen.
- 90 Prozent der Führungskräfte geben an, dass es in ihrem Unternehmen Trainingsangebote gibt.
- Diese scheinen allerdings noch ausbaufähig zu sein, denn: Nur 24 Prozent der Arbeitnehmenden finden, dass ihre Führungskraft keine weitere Schulung zum Thema mentale Gesundheit benötigt.
„Die Unterstützung scheitert oft nicht am fehlenden Willen“, erklärt Coppens. „Sie scheitert an mangelhafter Kommunikation, unzureichender Schulung und dem anhaltenden Stigma rund um mentale Gesundheit.“ Er fährt fort: „Wenn wir die Rolle von Führungskräften in diesem komplexen Gefüge betrachten, ist es entscheidend zu betonen: Ja, sie tragen Verantwortung für ihr Team – aber diese endet dort, wo spezialisierte Hilfe notwendig wird. Deshalb müssen wir Raum für offene Gespräche und echte Unterstützung im Arbeitsumfeld schaffen, dürfen Führungskräfte dabei aber nicht mit der gesamten Verantwortung überfordern. Es braucht Systeme, die Mitarbeitenden in Not weiterführende Hilfe bieten.“
*Die Erhebung wurde von Censuswide im Auftrag von OpenUp durchgeführt – unter 251 Führungskräften und 501 Angestellten in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden in ganz Deutschland. Die Datenerhebung fand im Zeitraum vom 07.11.2024 bis zum 11.11.2024 statt. Censuswide arbeitet nach den Richtlinien der Market Research Society (MRS) und befolgt deren Verhaltenskodex sowie die Prinzipien von ESOMAR. Zudem ist Censuswide Mitglied des British Polling Council.
Über OpenUp
OpenUp hilft Mitarbeitenden dabei, zu wachsen – im Beruf und darüber hinaus. Über eine leicht zugängliche Plattform bietet OpenUp direkte Unterstützung, um resiliente und engagierte Teams aufzubauen und langfristig zu stärken. Das Leistungsangebot umfasst drei Hauptbereiche: persönliche Sitzungen mit Psycholog:innen oder Expert:innen für körperliche Gesundheit wie Ernährungsberater:innen oder Schlafexpert:innen, interaktive Gruppensitzungen sowie Online-Kurse. Im Gegensatz zu traditionellen EAPs oder arbeitsmedizinischen Diensten konzentriert sich OpenUp auf unmittelbare, präventive Hilfe bei psychischen Gesundheitsfragen. Die Unterstützung erfolgt anonym, ohne Wartelisten und ist in über 35 Sprachen verfügbar.
Mehr als 2.000 Organisationen vertrauen bereits auf OpenUp, um Fehlzeiten zu reduzieren, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen sowie Produktivität und Engagement im Team zu steigern.