Als Personal- oder Unternehmensleiter verstehst du, welche entscheidende Rolle das Wohlbefinden am Arbeitsplatz für den Gesamterfolg eines Unternehmens spielt. Da du die Bedeutung der psychischen Gesundheit für die Produktivität und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erkannt hast, ist die folgende Frage entscheidend: Wie kannst du die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern und dieses Thema voranbringen?
In diesem Artikel werden praktische Erkenntnisse aus erfolgreichen Initiativen vorgestellt, die du bei deinen Bemühungen um die Förderung einer Wohlfühl Kultur an deinem Arbeitsplatz nutzen kannst.
Was ist Wohlbefinden am Arbeitsplatz?
Stell dir ein erfolgreiches berufliches Umfeld vor, in dem die körperliche, geistige und soziale Gesundheit der Mitarbeitenden gestärkt wird. Dabei geht es nicht nur darum, Stress zu vermeiden oder Burnout zu bewältigen, sondern auch darum, einen Raum zu schaffen, der die individuelle Entwicklung fördert. Wirksame Initiativen zum Wohlbefinden zielen darauf ab, eine unterstützende Arbeitskultur zu schaffen, in der sich alle Mitarbeitenden entfalten können.
Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz umfasst mehrere wichtige Aspekte:
Körperliche Gesundheit: Förderung regelmäßiger körperlicher Aktivität, Angebot gesunder Lebensmittel und Aufrechterhaltung eines sicheren Arbeitsumfeldes.
Psychische Gesundheit: Unterstützung bei psychischen Problemen, Abbau der Stigmatisierung und Bereitstellung von Ressourcen wie Beratungsdiensten.
Soziale Gesundheit: Förderung von starken zwischenmenschlichen Beziehungen, Teamarbeit und einer positiven Arbeitsplatzkultur.
Finanzielle Gesundheit: Finanzielle Bildung und Unterstützung, faire Vergütung und Hilfe bei der Verwaltung der Finanzen.
Sinn und Bedeutung: Sicherstellen, dass die Mitarbeitenden einen Sinn in ihrer Arbeit finden und ihre Ziele mit den Unternehmenswerten in Einklang bringen.
Schlüsselfaktoren für Initiativen zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz
1. Engagement der Führungskräfte
Wohlbefinden beginnt an der Spitze. Führungskräfte, die ihr eigenes Wohlbefinden in den Vordergrund stellen und ausgewogene Arbeitsgewohnheiten an den Tag legen, gehen mit gutem Beispiel voran. So kann beispielsweise ein CEO, der Urlaubstage für psychische Gesundheit in Anspruch nimmt und offen über das Thema spricht, die gesamte Organisation beeinflussen.
Das Engagement von Führungskräften umfasst:
- Vorbildliches Verhalten: Führungskräfte sollten regelmäßig Pausen einlegen, übermäßige Überstunden vermeiden und an Wellness-Programmen teilnehmen.
- Zuweisung von Ressourcen: Stelle sicher, dass genügend Ressourcen für Initiativen zum Wohlbefinden bereitgestellt werden.
- Festlegen von Grundsätzen: Führe Richtlinien ein, die das Wohlbefinden fördern, wie z. B. flexible Arbeitszeiten und Tage der geistigen Gesundheit.
- Wichtigkeit kommunizieren: Kommuniziere regelmäßig die Bedeutung des Wohlbefindens über verschiedene Kanäle.
Die Ergebnisse einer Umfrage zeigen, dass Vorgesetzte einen ebenso großen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden haben wie deren Ehepartner (beide 69 %) – und sogar einen größeren Einfluss als ihr Arzt (51 %) oder Therapeut (41 %).
Vorgesetzte brauchen kontinuierliche Anleitung und Schulung, um ihre Teams zu unterstützen, damit sie sensible Gespräche mit Einzelpersonen führen und bei Bedarf auf fachkundige Hilfe verweisen können. Alle Mitarbeitenden sollen ermutigt werden, eine gute Selfcare-Routine zu pflegen.
2. Aufklärung und Sensibilisierung
Die Unterstützung der Mitarbeiter*innen ist entscheidend. Bildungsinitiativen wie Webinare oder Seminare können das Bewusstsein für die psychische Gesundheit schärfen, die Stigmatisierung verringern und das Wohlbefinden fördern. Ziehe in Erwägung, Veranstaltungen zur Aufklärung über psychische Gesundheit zu organisieren, in denen Expert*innen sprechen und Ressourcen zur Stressbewältigung vorstellen.
Aufklärung und Bewusstseinsbildung sollten Folgendes umfassen:
- Workshops und Schulungen: Regelmäßige Veranstaltungen zu Stressbewältigung, Achtsamkeit und Resilienz.
- Ressourcen-Bibliothek: Artikel, Videos und Podcasts zu Themen des Wohlbefindens.
- Regelmäßige Kommunikation: Teile Informationen über das Wohlbefinden in Newslettern, Intranet-Portalen und sozialen Medien.
- Mitarbeitergeschichten: Ermutigung der Mitarbeitenden, über ihre Erfahrungen mit dem Wohlbefinden zu berichten.
Auch der Bereich Learning and Development (L&D) spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden. Durch das Angebot kontinuierlicher Lernmöglichkeiten fühlen sich die Mitarbeitenden wertgeschätzt und engagiert, was sich positiv auf ihre psychische Gesundheit auswirkt. Weitere Informationen dazu findest du in diesem Artikel, in dem der Psychologe Paul Hessels erklärt, wie sich L&D positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen auswirkt.
3. Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz durch Mitarbeiterengagement
Gallup-Studien zufolge sind hoch engagierte Teams um 23 % profitabler, vor allem weil sie 81 % weniger Fehlzeiten haben, die Produktivität um 14 % steigt und die Fluktuation um 43 % sinkt.
Engagiere die Mitarbeitenden von Anfang an. Das Eingehen auf ihre Bedürfnisse fördert die Eigenverantwortung und macht Initiativen zum Wohlbefinden effektiver. Regelmäßige Umfragen und Feedbackgespräche helfen dabei, die wichtigsten Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu ermitteln. Die Einbeziehung der Mitarbeitenden in die Planung stellt sicher, dass die Initiativen relevant sind.
Das Engagement der Mitarbeitenden kann durch folgende Maßnahmen verbessert werden:
- Umfragen und Feedback: Führe regelmäßig Umfragen durch, um Feedback zu Wohlbefindensinitiativen zu erhalten.
- Fokusgruppen: Organisiere Fokusgruppen, um bestimmte Themen des Wohlbefindens, wie Burnout oder Schlaf, zu diskutieren.
- Personalkomitees: Involviere Mitarbeitende in die Planung und Umsetzung von Wohlfühlprogrammen.
- Anerkennungen und Belohnungen: Belohne die Teilnahme an Initiativen zum Wohlbefinden.
4. Unterstützende Maßnahmen
Beförderungen und Prämien sind zwar wichtig, aber unterstützende Maßnahmen zur Förderung der Work-Life-Balance sind ebenso wichtig. Die Einführung solcher für das Unternehmen geeigneter Maßnahmen kann sich erheblich auf die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken.
Zu den unterstützenden Maßnahmen gehören:
- Flexible Arbeitszeiten: Erlaubt den Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeiten innerhalb bestimmter Grenzen selbst zu bestimmen.
- Optionen für Remote-Arbeit: Ermöglicht die Arbeit von zu Hause oder anderen entfernten Standorten aus und stattet sie mit den erforderlichen Ressourcen aus.
- Umfassende Urlaubsregelungen: Gewähre ausreichend Urlaubs- und Krankheitszeiten sowie Tage für psychische Gesundheit.
- Elternurlaub: Gewähre bezahlten Urlaub für Mütter und Väter.
- Sabbaticals: Erlaube Mitarbeitenden eine längere Auszeit für persönliche Weiterbildung oder Reisen.
5. Integrierter Ansatz
Das Wohlbefinden sollte Teil des größeren Umfelds einer Organisation sein und von den Mitarbeitenden getragen werden. 46 % der Arbeitnehmer*innen halten eine “positive Kultur” für einen sehr wichtigen Faktor, der vom Arbeitgeber bereitgestellt werden sollte. Das Wohlbefinden in die Unternehmenskultur zu integrieren bedeutet, es bei jeder Entscheidung zu berücksichtigen.
Ein integrierter Ansatz umfasst:
- HR-Richtlinien: Verankerung des Wohlbefindens in der HR-Strategie, einschließlich Rekrutierung, Onboarding und Karriereentwicklung.
- Physische Umgebung: Gestalte Arbeitsbereiche, die das Wohlbefinden fördern, z. B. durch ergonomische Möbel und natürliche Beleuchtung.
- Leistungsmanagement: Integriere Ziele zum Wohlbefinden in die Leistungsbeurteilung.
- Unternehmenskultur: Schaffe eine Kultur, die das Wohlbefinden durch Parties, Work-Life-Balance und offene Kommunikation fördert.
Praktische Schritte zur Umsetzung von Initiativen für das Wohlbefinden
Bei der Umsetzung von Initiativen zum Wohlbefinden in einer Organisation helfen folgende Schritte:
- Ermittle den aktuellen Bedarf: Führe Umfragen oder Fokusgruppen durch, um den Bedarf an Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu ermitteln.
- Entwickle einen strategischen Plan: Erstelle einen umfassenden Plan mit kurz- und langfristigen Zielen.
- Initiativen umsetzen: Beginne mit Pilotprogrammen, sammle Feedback und passe bei Bedarf an.
- Schulungen anbieten: Biete Schulungen zur Aufklärung und Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit an.
- Evaluiere und anpassen: Bewerte regelmäßig die Auswirkungen der Initiativen und passe auf Grundlage des Feedbacks an.
Fallstudien: Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz
DEPT® Agency: Veränderung der Arbeitsplatzkultur durch Unterstützung des psychischen Wohlbefindens
Entdecke die Case Study, um zu erfahren, wie DEPT®, eine führende Digitalagentur, ihre Arbeitsplatzkultur verändert hat. Letitia Louwerse, Leiterin der Abteilung Personal und Kultur, berichtet, wie sie OpenUp für ihre 750 Mitarbeiter*innen eingeführt hat.
GoodHabitz: Ein positiver Welleneffekt für das psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden
GoodHabitz hat sich zum Ziel gesetzt, Einzelpersonen und Unternehmen dabei zu helfen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten durch ansprechende Online-Lerninhalte zu verbessern. Erfahre in der Case Study, wie GoodHabitz sich für das psychische Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden einsetzt und einen harmonischen und produktiven Arbeitsplatz schafft.
Zugängliche Expertenunterstützung als Wegbereiter für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden bei Picnic
Seit der Gründung von Picnic wollte das Unternehmen etwas im Rahmen der psychischen Gesundheit anbieten. Erfahre hier, wie sie eine leicht zugängliche Lösung für alle ihre Mitarbeitenden eingeführt haben, und lese mehr über ihre erfolgreiche Strategie, die psychische Gesundheit zu fördern.
Zugänglichkeit von Ressourcen für die psychische Gesundheit
Die Arbeitnehmer sind auch für ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden verantwortlich und werden nur dann von Initiativen zum Wohlbefinden profitieren, wenn sie an den angebotenen Initiativen teilnehmen und sich auch außerhalb der Arbeit um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden kümmern. Arbeitgeber können das Engagement ihrer Mitarbeitenden fördern, indem sie ihnen mitteilen, wie sie die ihnen zur Verfügung stehenden Unterstützungs- und Leistungsangebote in Anspruch nehmen können.
In einigen Industriezweigen wie dem Einzelhandel oder dem Baugewerbe ist es oft eine Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Ressourcen für die psychische Gesundheit für alle Mitarbeitenden zugänglich sind, insbesondere für diejenigen, die im Außendienst oder an anderen Orten arbeiten. Diese Mitarbeitenden sind möglicherweise nicht so stark an der Unternehmenskommunikation beteiligt und verlassen sich bei Informationen in erster Linie auf ihre Vorgesetzten.
Sie brauchen jedoch dringend Unterstützung für ihr psychisches Wohlbefinden, wie eine aktuelle Studie zeigt: Trotz der weit verbreiteten Annahme, dass die Beschäftigten am Ende ihrer Schicht die Gedanken an ihre Arbeit hinter sich lassen, gaben 88 % an, dass sie sich auch nach Feierabend noch Gedanken über ihre Arbeit machen. 40 % gaben an, dass sie weiterhin über ihr stressiges Arbeitsumfeld nachdenken.
Um dieses Problem anzugehen, müssen die HR-Teams integrative Ansätze für Initiativen zum Wohlbefinden in Betracht ziehen, die sich auf die Zugänglichkeit konzentrieren. Eine wirksame Lösung besteht darin, Unterstützung durch mobile Anwendungen anzubieten. Mit diesen Tools können Angestellte unabhängig von ihrem Standort oder ihrer Arbeitsumgebung Zugang zu Ressourcen für psychische Gesundheit erhalten. Da viele Fernmitarbeiter*innen nicht am Computer arbeiten, können Apps sicherstellen, dass sie in Verbindung bleiben und unterstützt werden.
Kontinuierliche Bemühungen und Einfühlungsvermögen
Die Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ist ein kontinuierlicher Prozess, der ständige Bemühungen und Einfühlungsvermögen erfordert. Die regelmäßige Aktualisierung von Initiativen auf der Grundlage von Mitarbeiter-Feedback gewährleistet Relevanz. Die Förderung einer offenen Kommunikation trägt dazu bei, die Stigmatisierung zu überwinden und ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.
Kontinuierliche Bemühungen umfassen:
- Regelmäßige Check-Ins: Führe regelmäßige Kontrollbesuche durch, um das Wohlbefinden zu besprechen.
- Flexible Herangehensweise: Anpassung an sich ändernde Bedürfnisse und externe Faktoren.
- Erfolge feiern: Erkenne den Erfolg von Initiativen zum Wohlbefinden an und belohne ihn.
- Gemeinschaft aufbauen: Schaffe Gelegenheiten für die Mitarbeitenden, durch soziale Veranstaltungen und teambildende Aktivitäten Kontakte zu knüpfen.
Die Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ist eine Reise, und jeder Schritt, den du unternimmst, bringt dich einer gesünderen, glücklicheren Belegschaft näher. Indem du das Wohlbefinden in den Vordergrund stellst, investierst du in das wertvollste Kapital deines Unternehmens – deine Mitarbeitenden.