Ein klassisches EAP wird häufig nur wenig genutzt. Die Folge: Mitarbeitende erhalten nicht die gewünschte Unterstützung, während Unternehmen für Leistungen zahlen, die kaum in Anspruch genommen werden. Dabei reicht das Angebot von etablierten Instituten mit persönlicher Beratung vor Ort bis hin zu digitalen Plattformen mit direktem Zugang.
Wir vergleichen neun EAP-Anbieter in Deutschland und zeigen, worauf es bei der Auswahl aus HR-Sicht wirklich ankommt. Auch wenn dein Unternehmen bereits ein EAP nutzt, lohnt sich ein genauer Blick auf EAP-Alternativen. Wenn du noch zweifelst, helfen dir diese Anzeichen, zu erkennen, wann ein Wechsel des EAP-Anbieters sinnvoll sein kann.
Diese Seite wurde von OpenUp verfasst. Angaben zu den anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Websites, abgerufen im September 2026. Stimmt etwas nicht? Sag uns Bescheid, dann passen wir es an.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Nutzungsrate entscheidet. Ein klassisches EAP erreicht häufig nur 3 bis 5 % der Mitarbeitenden. OpenUp wird durchschnittlich von rund 20 % genutzt, mit Spitzenwerten von bis zu 40 %.
- Der Markt ist zweigeteilt. Klassische Institute setzen auf persönliche Beratung und feste Ansprechpersonen. Moderne Plattformen bieten einen digitalen, niedrigschwelligen Zugang. Die Anbieter unterscheiden sich weniger im Umfang ihrer Leistungen als vielmehr in der Verfügbarkeit, den Sitzungsmodellen und beim Datenschutz.
- Welcher Anbieter passt zu wem? OpenUp eignet sich für Unternehmen, die allen Mitarbeitenden einen unbegrenzten, mehrsprachigen Zugang zu einem festen Preis bieten möchten. Wer bundesweit persönliche Beratung vor Ort wünscht, findet entsprechende Angebote bei etablierten Instituten.
Was ist ein EAP, und woran erkennst du einen guten Anbieter?
Ein Employee Assistance Program (EAP) ist ein vom Arbeitgeber finanziertes Beratungsangebot. Mitarbeitende erhalten vertrauliche Unterstützung bei beruflichen und privaten Anliegen, von Stress und Konflikten bis zu finanziellen oder rechtlichen Fragen.
Auf den ersten Blick scheinen sich die EAP-Anbieter in Deutschland zu ähneln. Ein genauer Blick jedoch offenbart wesentliche Unterschiede im Detail.
Auf diese Punkte solltest du beim Vergleich besonders achten:
- Nutzungsrate. Wie viele Mitarbeitende nutzen das Angebot tatsächlich? Hier unterscheiden sich die Anbieter besonders deutlich, doch kaum einer veröffentlicht entsprechende Zahlen.
- Zugang und Geschwindigkeit. Ist die Beratung direkt und anonym erreichbar oder läuft die Anmeldung über HR? Wie schnell findet das erste Gespräch statt?
- Sitzungsmodell und Preis. Gibt es unbegrenzte Gespräche, ein festes Kontingent oder eine Abrechnung pro Fall? Sind die Kosten planbar?
- Sprachen. Wie viele Sprachen deckt die Beratung ab? Diese Frage ist insbesondere für international aufgestellte Teams relevant.
- Datenschutz und Zertifizierung. Wo stehen die Server? Bezieht sich die Zertifizierung tatsächlich auf Informationssicherheit (ISO 27001) oder lediglich auf Qualitätsmanagement (ISO 9001)?
- App und Familienzugang. Gibt es eine App? Können auch Familienmitglieder das Angebot nutzen und eigene Gespräche buchen?
- Erreichbarkeit. Reicht eine Beratung während der Bürozeiten oder braucht dein Team auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten eine Anlaufstelle?
Sieh dir darüber hinaus die Zahlen deines bisherigen Anbieters im Hinblick auf die folgenden Faktoren an:
- Die Nutzung im letzten Quartal
- Die Wartezeit zwischen erster Anfrage und erstem Beratungsgespräch
- Die Anzahl Mitarbeitender, die nach dem ersten Gespräch erneut Beratung nutzen
Neun EAP-Anbieter im direkten Vergleich
Ein Feld mit „Nicht öffentlich” heißt, dass der Anbieter dazu online keine Angaben macht. Es bedeutet nicht, dass die Leistung nicht angeboten wird.
Teil 1: Sitzungsmodell, Zugang und Sprachen
| Anbieter | Sitzungsmodell | Zugang | Sprachen |
|---|---|---|---|
| OpenUp | Unbegrenzt, fester Preis | Direkt und anonym, ohne HR; erste Sitzung in 48 Stunden; 24/7-Hotline | 45 |
| Fürstenberg Institut | Unbegrenzt | Persönlich, telefonisch, Portal; Notberatung rund um die Uhr | Über 20 |
| INSITE / meinEAP | Nicht öffentlich | Telefon, Chat, Video, persönlich; rund um die Uhr | Über 30 |
| pme Familienservice | Nicht öffentlich | Telefon, Chat, Formular; Hotline rund um die Uhr | Deutsch, Englisch; über 30 im Partnernetz |
| IAS Gruppe | Nicht öffentlich | Telefon, E-Mail, Video, persönlich; Mo. bis Sa. 8:00 bis 20:00 Uhr | Nicht öffentlich |
| Evermood | Stundenkontingent, in höheren Tarifen unbegrenzt | Video, Chat; Telefon in höheren Tarifen | Über 11 |
| BG prevent (ehemals B·A·D) | Drei bis sechs Termine pro Fall | Telefon, Plattform, App, vor Ort; rund um die Uhr | Nicht öffentlich |
| Voiio | Nicht öffentlich | Plattform, App; Soforthilfe rund um die Uhr | Über 20 |
| Humanoo (jetzt TELUS Health) | Beratung über das TELUS-EAP | Self-Service-App; EAP telefonisch, online, persönlich; rund um die Uhr | Mehrsprachig über TELUS |
Teil 2: Datenschutz, App und Familie
| Anbieter | Datenschutz | App | Familie |
|---|---|---|---|
| OpenUp | ISO 27001, DSGVO, EU-Server | Ja | Partner*innen und Angehörige inklusive, mit eigenen Sitzungen |
| Fürstenberg Institut | DSGVO, Daten in Deutschland; keine ISO 27001 | Nein (Portal) | Auf Anfrage |
| INSITE / meinEAP | DIN EN ISO 9001, eigenes Datenschutz-Zertifikat, EU | Ja | Ja |
| pme Familienservice | DSGVO, BDSG, EU; DIN EN ISO 9001 | Ja | Ja |
| IAS Gruppe | DIN EN ISO 9001, EU; keine ISO 27001 | Nein (Webportal) | Ja |
| Evermood | DSGVO, Hosting in Deutschland (Rechenzentrum nach ISO 27001) | Nein (Web-App) | Nicht öffentlich |
| BG prevent (ehemals B·A·D) | ISO 27001, ISO 9001, ISO 45001, DSGVO | Ja (Mo bis Fr 8:00 bis 20:00 Uhr) | Auf Anfrage |
| Voiio | DSGVO, EU; keine eigene ISO 27001 | Ja | Als Modul |
| Humanoo (jetzt TELUS Health) | DSGVO, EU-Rechenzentren; TELUS ISO 27001 | Ja | Über das EAP |
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Die neun EAP-Anbieter im Detail
Direkt zum Anbieter:OpenUpFürstenbergINSITEpmeIASEvermoodBG preventVoiioHumanoo
1. OpenUp
OpenUp ist eine europäische Plattform für mentales Wohlbefinden, gegründet von dem Psychologen Gijs Coppens. In Deutschland ist OpenUp mit einem Büro in Berlin präsent. Die Plattform vereint Unterstützung für mentales, körperliches und finanzielles Wohlbefinden. Mitarbeitende buchen ihre Gespräche direkt und anonym, ohne Umweg über HR, ohne Überweisung und ohne Registrierungscode.

Stärken:
- 360°-Wohlbefinden: Beratungsangebote zu mentaler Gesundheit, körperlichem Wohlbefinden und finanziellen Fragen auf einer einzigen Plattform, statt drei verschiedene Anbieter für drei Themen.
- Hohe Nutzungsquote: Durchschnittlich nutzen rund 20 % der Mitarbeitenden OpenUp, mit Spitzenwerten von bis zu 40 %. Das ist bis zu fünf- bis zehnmal so viel wie bei einem klassischen EAP, das häufig nur 3 bis 5 % erreicht.
- Unbegrenzte Sitzungen: Unbegrenzte Gespräche zu einem festen, planbaren Preis pro Person. Wie viele Sitzungen nötig sind und mit welchem Abstand, bestimmen Mitarbeitende gemeinsam mit der Fachperson, mit der sie sprechen. Viele kommen schon nach vier bis sechs Sitzungen ein gutes Stück weiter und niemand wird allein gelassen, weil ein Kontingent ausgeschöpft ist.
- Erste Sitzung in 48 Stunden, plus eine 24/7-Hotline: Die 48 Stunden sind eine verbindliche Zusage, kein Durchschnittswert. Tatsächlich geht es in der Praxis oft schneller. Für schwierige Momente gibt es außerdem eine rund um die Uhr erreichbare Hotline auf Deutsch, Niederländisch und Englisch, die OpenUp selbst, ganz ohne externes Callcenter, betreibt.
- Akademische Expertise und Erfahrung: Psycholog*innen mit mindestens einem Masterabschluss in Psychologie und mindestens vier Jahren Berufserfahrung nach dem Abschluss stehen zur Verfügung. Sie sind mit lösungsorientierter Beratung, Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) vertraut.
- Beratung in 45 Sprachen, mit Familienzugang: Partner*innen und Familienmitglieder können ebenfalls eigene Gespräche buchen.
- Messbare Ergebnisse: Laut dem OpenUp Impact Report (2024) sind 74 % der Nutzenden produktiver am Arbeitsplatz, 84 % fühlen sich besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet und 82 % erholen sich schneller.
- Datenschutz: Alle Daten liegen auf Servern in der EU, die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform. Die Nutzung bleibt auch gegenüber dem Arbeitgeber anonym.
- Ein festes, lokales Customer-Success-Team: Das Team kommuniziert mit deinen Mitarbeitenden in ihrer bevorzugten Sprache und fördert die regelmäßige Nutzung des Angebots durch Kampagnen und Check-ins.
Gut zu wissen:
- Keine Beratung vor Ort: OpenUp arbeitet digital und hat keine lokalen Beratungsstellen. Wer Beratung an verschiedenen Standorten sucht, wird bei den bekannten Instituten fündig.
- Arbeitsmedizinische Leistungen sind nicht Teil des Angebots: Im Unterschied zu IAS oder BG prevent bietet OpenUp keine betriebsärztliche Betreuung an.
OpenUp: Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden direkten, mehrsprachigen und unbegrenzten Zugang zu Psycholog*innen ermöglichen wollen. Die Beratung läuft digital, zu einem festen Preis pro Mitarbeitendem.
2. Fürstenberg Institut
Das 1989 in Aachen gegründete Fürstenberg Institut mit Hauptsitz in Hamburg hat die externe Mitarbeiterberatung in Deutschland mitgeprägt. Der Schwerpunkt des Instituts liegt auf der persönlichen Beratung mit festen Ansprechpersonen und wird durch das Portal myFürstenberg ergänzt.

Stärken:
- Über 35 Jahre Erfahrung: Etabliert in der externen Mitarbeiterberatung, mit einem großen Netz angestellter Berater*innen zur Beratung vor Ort.
- Unbegrenzte Beratungsgespräche: Die Anzahl der Beratungsgespräche ist nicht begrenzt.
- Diagnosen oder Überweisungen nicht erforderlich: Mitarbeitende melden sich direkt.
- Beratung in über 20 Sprachen
- Beratung rund um die Uhr: für Notfälle und akute Belastungen.
- Breites Themenspektrum: inklusive Finanzkompetenz und Schuldenberatung, plus deutsche Compliance-Themen wie die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM).
Gut zu wissen:
- Keine eigene App: Der digitale Zugang läuft über das Webportal myFürstenberg.
- Der Familienzugang ist vertragsabhängig: Ob Angehörige einbezogen werden, hängt vom individuellen Vertrag ab.
- Keine ISO 27001: Eine geprüfte Informationssicherheit ist nicht ausgewiesen. Die Website nennt DSGVO-Konformität und Datenhaltung in Deutschland.
Fürstenberg: Für Unternehmen, die persönliche Beratung mit festen Ansprechpersonen sowie Beratung vor Ort wünschen und keine eigene App brauchen.
3. INSITE / meinEAP
INSITE-Interventions mit Sitz in Frankfurt am Main bietet unter dem Namen meinEAP ein klassisches Full-Service-EAP. Die Beratung deckt ein breites Spektrum ab, von psychosozialen Anliegen bis hin zu rechtlichen und finanziellen Fragen. Der Anbieter ist bei größeren Arbeitgebern etabliert.

Stärken:
- Immer erreichbar: Die Servicenummer ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt.
- Beratung in über 30 Sprachen: Interessant für international agierende Unternehmen.
- Breiter Familienzugang: Direkte Angehörige ersten Grades und im Haushalt lebende Personen sind einbezogen.
- Vier Zugangswege: Telefon, Chat, Video und persönlich, dazu eine eigene App für iOS und Android.
Gut zu wissen:
- Das Sitzungsmodell ist öffentlich nicht einsehbar: Erkundige dich, wie viele Sitzungen pro Person und Anliegen im jeweiligen Angebot enthalten sind.
- Keine ISO 27001: Die DIN EN ISO 9001 deckt das Qualitätsmanagement ab, nicht aber die Informationssicherheit.
- Kein öffentlicher Qualifikationsstandard: Die Website nennt Themenfelder und Zertifizierungen, macht aber keine öffentliche Angabe zu einem Mindeststandard bei Ausbildung oder Berufsjahren der Beratenden.
INSITE: Für größere Arbeitgeber, die ein klassisches Full-Service-EAP mit Telefon, Chat, Video und persönlicher Beratung benötigen, mit einer Servicenummer rund um die Uhr.
4. pme Familienservice
Der pme Familienservice ist seit 1992 am Markt, sitzt in Berlin und verbindet EAP-Beratung mit einem breiten Feld praktischer Alltagsleistungen. Der Anbieter arbeitet an über 70 Standorten im deutschsprachigen Raum.

Stärken:
- Über 30 Jahre am Markt: Langjährige Erfahrung mit einem dichten Standortnetz.
- Hotline rund um die Uhr: Immer erreichbar, auch am Wochenende.
- Angehörige im Haushalt: Direkte Angehörige sind in der Regel einbezogen, ausdrücklich auch Partner*innen, Kinder und Eltern.
- Breites Angebot: Eingeschlossen sind Kinderbetreuung, Pflegeberatung, Ernährungsberatung und Bewegungsangebote.
- Verarbeitung ausschließlich in der EU: DSGVO- und BDSG-konform.
- Eine eigene App: Neben dem Webzugang gibt es auch eine App.
Gut zu wissen:
- Das Sitzungsmodell ist öffentlich nicht einsehbar: Erkundige dich, wie viele Sitzungen pro Thema, beispielsweise Ernährung, im jeweiligen Angebot enthalten sind.
- Die 48 Stunden bis zum Erstkontakt: Die Kontaktaufnahme nach einer Anfrage erfolgt innerhalb von 48 Stunden. Diese Dauer bezieht sich nicht auf die Zeit bis zur ersten Sitzung.
- Lange Wartezeit auf Psychotherapie: Bis ein passender Therapieplatz gefunden ist, dauert es im Schnitt bis zu sechs Monate.
- Die 30 Sprachen liegen im Partnernetzwerk: Die Beratung wird über das Partnernetzwerk in 30 Sprachen angeboten. Die App selbst ist nur auf Deutsch und Englisch verfügbar.
pme: Für Unternehmen, die neben Beratung auch praktische Leistungen wie Kinderbetreuung und Pflegeberatung aus einer Hand anbieten möchten.
5. IAS Gruppe
Die IAS Gruppe verbindet Mitarbeiterberatung mit Arbeitsmedizin. Die Wurzeln reichen bis 1976 zurück, die Gruppe ist an rund 110 Standorten präsent, und das EAP läuft über die ias mental health GmbH in Bremen mit über 130 Expert*innen. Für Arbeitgeber, die beides interdisziplinär wollen, ist diese Nähe ein Pluspunkt.

Stärken:
- Sofortberatung ohne Termin: Die Beratung ist telefonisch oder per E-Mail direkt zugänglich.
- Zwei Disziplinen unter einem Dach: Das Angebot umfasst Mitarbeiterberatung und Arbeitsmedizin.
- Festangestellte Berater*innen mit Hochschulabschluss: Die Fachpersonen haben Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Psychologie oder Soziologie studiert.
- Beratung für Angehörige: Auch Familienmitglieder können das Beratungsangebot nutzen.
Gut zu wissen:
- Das Sitzungsmodell ist öffentlich nicht einsehbar: Kläre vor Vertragsabschluss, ob die Anzahl der Sitzungen begrenzt ist und wie viele Sitzungen gegebenenfalls enthalten sind.
- Keine öffentlichen Angaben zu den Beratungssprachen: Bei internationalen Teams lohnt es sich, frühzeitig zu klären, in welchen Sprachen die Beratung angeboten wird.
- Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit gegen Aufpreis: Dafür ist eine höhere Vertragsstufe erforderlich. Im Basistarif ist die Beratung montags bis samstags von 8:00 bis 20:00 Uhr erreichbar.
- Keine eigene App: „Mein ias“ ist ein passwortgeschütztes Webportal.
- Keine ISO-27001-Zertifizierung ausgewiesen: Öffentlich angegeben wird die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001.
IAS: Für Arbeitgeber, die Mitarbeiterberatung und Arbeitsmedizin bei einem Anbieter bündeln möchten und Wert auf persönliche Beratung vor Ort legen.
6. Evermood
Evermood ist eine Plattform mit Sitz in Berlin und gehört seit 2025 zur Acture-Gruppe. Mehr als 400 Arbeitgeber in Europa nutzen das Angebot. Es umfasst drei Bereiche: Care für die Beratung, Discover für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und Return für die Wiedereingliederung nach längerer Abwesenheit.

Stärken:
- Drei Bausteine auf einer Plattform: Das Angebot vereint Beratung, Gefährdungsbeurteilung und Wiedereingliederung. Insbesondere der Bereich Return übernimmt einen Teil des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), den sonst die Personalabteilung selbst organisieren müsste.
- Anonyme Beratung: Psycholog*innen beraten per Video und Chat.
- Modulare White-Label-Plattform: Die Plattform lässt sich an das eigene Unternehmensdesign anpassen und ermöglicht einen anonymen Zugang ohne Anmeldung.
- Hosting in Deutschland: Die Daten werden in Rechenzentren gespeichert, die nach ISO 27001 zertifiziert sind. Zusätzlich findet jährlich ein Penetrationstest statt.
- Unbegrenzte Beratungsstunden: In den höheren Tarifen ist die Anzahl der Beratungsstunden nicht begrenzt.
Gut zu wissen:
- Begrenzter Einstiegstarif: Das jährliche Stundenkontingent richtet sich nach der Unternehmensgröße. Unbegrenzte Beratungsstunden und telefonische Beratung sind erst in den höheren Tarifen enthalten.
- Keine eigene App: Der Zugang erfolgt über eine Web-App.
- Beratung in mehr als elf Sprachen: Für sehr international aufgestellte Teams könnte die Sprachauswahl je nach Bedarf zu gering sein.
- Keine Angaben zum Familienzugang: Auf der deutschen Website ist nicht ausgewiesen, ob Familienmitglieder das Angebot ebenfalls nutzen können.
- Keine Angaben zur Erreichbarkeit rund um die Uhr: Ob die Beratung auch außerhalb der regulären Zeiten verfügbar ist, geht aus den veröffentlichten Informationen nicht hervor.
Evermood: Für Unternehmen, die Beratung, Gefährdungsbeurteilung und Wiedereingliederung auf einer Plattform im eigenen Unternehmensdesign bündeln möchten.
7. BG prevent (ehemals B·A·D)
BG prevent, vormals B·A·D, stammt ursprünglich aus der Arbeitsmedizin und firmiert seit dem 1. Juli 2025 unter seinem heutigen Namen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz von acht Berufsgenossenschaften sowie der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. An über 150 Standorten betreuen rund 3.700 Fachleute insgesamt mehr als 210.000 Organisationen.

Stärken:
- Bundesweite Präsenz: BG prevent ist an mehr als 150 Standorten in Deutschland vertreten und bietet auch persönliche Beratung vor Ort an.
- Erreichbarkeit rund um die Uhr: Die Beratung ist über eine Hotline oder eine geschützte Plattform jederzeit erreichbar.
- Drei Zertifizierungen: BG prevent ist durch die DQS nach ISO 9001, ISO 45001 und ISO/IEC 27001 zertifiziert. Eine geprüfte Informationssicherheit nach ISO 27001 ist in diesem Bereich eher selten.
- Eigene EAP-App: Die App ist für iOS und Android verfügbar.
- Alles aus einer Hand: Das Angebot umfasst EAP, Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Ein Lotsendienst erleichtert zudem den Zugang zu weiterführenden Versorgungsangeboten.
Gut zu wissen:
- Begrenzte Anzahl an Beratungsterminen: In der Regel sind drei bis sechs Termine pro Thema vorgesehen. Die Begrenzung gilt nicht pro Jahr oder Person insgesamt.
- Eingeschränkte Erreichbarkeit über die App: Die App ist montags bis freitags von 8:00 bis 20:00 Uhr betreut, obwohl die Website eine Erreichbarkeit rund um die Uhr angibt.
- 48-Stunden-Frist nur in bestimmten Fällen: Die Frist gilt für Einsätze nach besonders belastenden Ereignissen, nicht generell.
- Familienzugang nur mit Zustimmung: Familienmitglieder können das Angebot nur nutzen, wenn der Arbeitgeber dies genehmigt.
- Keine öffentlichen Angaben zu den Beratungssprachen: Auf der Website ist nicht ersichtlich, in welchen Sprachen die Beratung angeboten wird.
BG prevent: Für Unternehmen, die EAP, Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement aus einer Hand beziehen möchten und Wert auf persönliche Beratung an Standorten in ganz Deutschland legen.
8. Voiio
Voiio wurde 2018 in Berlin gegründet und bietet eine Plattform, bei der Familie und Alltag im Mittelpunkt stehen. Das Angebot umfasst drei Bereiche: Gesundheit, Familie und Arbeit.

Stärken:
- Breites Familienangebot: Die Leistungen umfassen Kinderbetreuung, Pflege und Elternzeit. Je nach Thema bietet Voiio eigene Beratungen an oder vermittelt passende Angebote.
- Unkomplizierte Erstgespräche: Mitarbeitende können ihren Termin ohne bürokratische Hürden selbst buchen.
- Soforthilfe rund um die Uhr: Telefonische Hilfe ist jederzeit erreichbar.
- Beratung in mehr als 20 Sprachen: Mitarbeitende können das Beratungsangebot in über 20 Sprachen nutzen.
- Eigene App und Webzugang: Das Angebot ist sowohl über eine App als auch über das Internet zugänglich.
- Strikte Trennung der Daten: Die Daten von Arbeitgebern und Mitarbeitenden werden getrennt verwaltet. Zudem werden die Fachpersonen nachweislich überprüft, einschließlich der Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.
Gut zu wissen:
- Keine öffentlichen Angaben zum Sitzungsmodell nach den Erstgesprächen: Erkundige dich, wie die Beratung nach den ersten Gesprächen fortgesetzt wird und welche Leistungen in welchem Umfang dann je nach Angebot enthalten sind.
- Keine eigene ISO-27001-Zertifizierung ausgewiesen: Die Website verweist auf allgemeine Sicherheitsstandards und die Speicherung der Daten innerhalb der EU.
Voiio: Für Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden insbesondere bei familiären Themen wie Kinderbetreuung, Pflege und Elternzeit unterstützen möchten.
9. Humanoo (jetzt TELUS Health)
Humanoo wurde in Berlin als App für spielerisch gestaltete Gesundheitsangebote rund um Fitness, Yoga, Mindfulness und Ernährung entwickelt. Inzwischen gehört der Anbieter zu TELUS Health, wo die Marke seit dem 2. März 2026 vollständig integriert ist. Die App bleibt das zentrale Angebot, während die psychologische Beratung über das Employee Assistance Program (EAP) von TELUS Health erfolgt.

Stärken:
- Umfangreiche Bibliothek zum Selbstlernen: Mehr als 3.000 personalisierte Coachingprogramme stehen zur Verfügung.
- Betonung auf spielerische Motivation: Challenges, Missionen und Belohnungen fördern die regelmäßige Nutzung der App.
- Klassisches EAP über TELUS Health: Mitarbeitende und ihre Familien erhalten kostenlose Beratung per Telefon, online oder persönlich vor Ort. Das Angebot ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr und in mehr als 40 Sprachen verfügbar.
- Hosting in europäischen Rechenzentren: Die Daten werden in Frankfurt am Main gespeichert. TELUS Health ist zudem nach ISO 27001 zertifiziert.
- Eigene App: Die App ist für iOS und Android erhältlich.
Gut zu wissen:
- Zwei getrennte Angebote: Die App bietet Inhalte zur Selbsthilfe. Die persönliche Beratung erfolgt dagegen über das EAP von TELUS Health, das über ein separates Portal und eine eigene Telefonnummer erreichbar ist. Die App selbst bietet keine Beratung an und ihre Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung.
- Keine öffentlichen Angaben zum Sitzungsmodell und zu den Qualifikationen: Auf der Humanoo-Seite ist nicht ersichtlich, wie die Beratungsgespräche geregelt sind und welche Qualifikationsstandards gelten.
Humanoo: Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden vor allem eine spielerisch gestaltete App zur selbstständigen Förderung ihres Wohlbefindens anbieten und die psychologische Beratung über das EAP von TELUS Health abdecken möchten.
Warum reicht ein klassisches EAP oft nicht?
Ein EAP ist eine Investition, die sich nur dann auszahlt, wenn Mitarbeitende das Angebot tatsächlich nutzen. Doch genau daran scheitert es häufig: Bei klassischen EAPs liegt die Nutzungsquote meist bei nur 3 bis 5 %.
Unsere Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit mehr als 2.000 Organisationen zeigt, dass OpenUp dagegen durchschnittlich 20 % der Mitarbeitenden erreicht, in manchen Fällen sogar bis zu 40 %. Damit liegt die Nutzungsquote fünf- bis zehnmal so hoch wie bei klassischen EAPs.
In einem Unternehmen mit 1.000 Beschäftigten bedeutet eine Nutzungsquote von 3 bis 5 %, dass jährlich nur 30 bis 50 Personen das Angebot in Anspruch nehmen, obwohl das Unternehmen für alle 1.000 bezahlt.
Für die geringe Nutzung sind vor allem drei Faktoren verantwortlich, die auch unser Anbietervergleich deutlich widerspiegelt:
- Umständlicher Zugang: Ein Registrierungscode über die Personalabteilung, ein Callcenter, das nach dem Arbeitgeber fragt, oder eine Hotline, die nur zu Bürozeiten erreichbar ist. Je mehr Hürden zwischen der ersten Anfrage und dem Beratungsgespräch liegen, desto mehr Mitarbeitende springen ab. Bei OpenUp melden sie sich selbstständig und anonym an und erhalten innerhalb von 48 Stunden den ersten Beratungstermin.
- Begrenzte Beratungstermine: Sind nur drei bis sechs Sitzungen pro Thema vorgesehen, fragen sich Mitarbeitende möglicherweise schon im Vorfeld, ob ihr Anliegen wichtig genug ist. HR-Abteilungen halten die Nutzung womöglich eher niedrig, um ihr Kontingent nicht auszuschöpfen. OpenUp bietet eine unbegrenzte Anzahl an Beratungsgesprächen zu einem festen Preis pro Mitarbeitendem.
- Sprachliche Hürden: Wer über persönliche Belastungen sprechen möchte, fühlt sich in seiner Muttersprache meist am wohlsten. In unserem Vergleich reicht das Angebot von zwei bis über 30 Sprachen. Mehrere Anbieter machen dazu keine öffentlichen Angaben. OpenUp bietet Beratung in 45 Sprachen an.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Zeitpunkt der Beratung. Klassische EAPs sind häufig darauf ausgerichtet, Mitarbeitenden erst dann zu helfen, wenn Herausforderungen bereits entstanden sind. OpenUp setzt dagegen auf präventive Beratung, um Belastungen möglichst frühzeitig aufzufangen, bevor sie sich verstärken.
Wer erst spät Hilfe sucht, verpasst möglicherweise die Chance, schon mit wenigen Maßnahmen viel zu bewirken. Welche finanziellen Folgen fehlende Prävention durch Fehlzeiten, Produktivitätsverluste und Fluktuation haben kann, gehört ebenfalls in diese Rechnung.
Wie findest du den Anbieter, der zu deinem Unternehmen passt?
Den einen besten EAP-Anbieter gibt es nicht. Entscheidend ist, welches Angebot zu den Anforderungen deines Unternehmens passt. Diese vier Fragen helfen dir bei der Auswahl:
- Wie viele Mitarbeitende möchtest du erreichen? Wenn du möglichst viele Menschen in deinem Unternehmen erreichen willst, ist die Nutzungsquote wichtiger als der Umfang der Leistungen. Achte deshalb auf einen direkten Zugang ohne Umweg über HR, unbegrenzte Beratungsgespräche und einen festen Preis.
- Wie international ist dein Team? Vergleiche die Sprachen, die deine Mitarbeitenden sprechen, mit dem Sprachangebot der Anbieter. Benötigst du Beratung in zwei oder drei Sprachen, kommen nahezu alle Anbieter infrage. Bei zehn Sprachen wird die Auswahl deutlich kleiner.
- Wie wichtig ist die Beratung vor Ort? Unternehmen mit Schichtbetrieb, Produktionsstätten oder bundesweit verteilten Standorten haben andere Anforderungen als Teams, die überwiegend im Büro oder remote arbeiten. Wenn du persönliche Beratung an verschiedenen Standorten benötigst, bieten etablierte Institute entsprechende Netzwerke.
- Welche Compliance-Anforderungen gelten für dein Unternehmen? Prüfe frühzeitig, wo der Anbieter die Daten speichert und ob seine Zertifizierung auch die Informationssicherheit nach ISO 27001 abdeckt. Kläre außerdem, wie er dich bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (§ 5 ArbSchG) und beim betrieblichen Eingliederungsmanagement (§ 167 SGB IX) unterstützt.
Auch die Zahlen deines bisherigen Anbieters helfen dir bei der Entscheidung: Wie viele Mitarbeitende haben das Angebot im letzten Quartal genutzt? Wie lange mussten sie auf ihren ersten Beratungstermin warten? Und wie viele haben nach dem Erstgespräch weitere Termine vereinbart?
Darum ist OpenUp für viele Unternehmen die passende Wahl
OpenUp bietet die Vorteile eines EAP, geht aber bewusst einen Schritt weiter: mit einem Angebot, das Mitarbeitende unkompliziert in ihren Alltag integrieren können.
- Unterstützung wirkt nur, wenn sie genutzt wird: Wir arbeiten mit mehr als 2.000 Organisationen zusammen. Durchschnittlich nutzen rund 20 % der Mitarbeitenden OpenUp, in manchen Unternehmen sogar bis zu 40 %. Das ist deutlich mehr als bei klassischen EAPs. Wer frühzeitig Hilfe in Anspruch nimmt, kann Belastungen entgegenwirken, bevor sie sich verstärken.
- Unbegrenzter Zugang statt fester Sitzungslimits: Alle Mitarbeitenden können ohne Überweisung oder Registrierungscode direkt und unbegrenzt psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Wie viele Gespräche sinnvoll sind und in welchen Abständen sie stattfinden, entscheiden sie gemeinsam mit den Psycholog*innen. So endet die Beratung nicht mitten im Prozess, nur weil ein Kontingent ausgeschöpft ist.
- Planbare Kosten, gemeinsame Ziele: Dank eines festen Preises pro Mitarbeitendem bleiben die Kosten für dein Unternehmen kalkulierbar, unabhängig davon, wie intensiv dein Team das Angebot nutzt. Auch wir haben deshalb ein Interesse an einer hohen Nutzungsquote. Ein festes, lokales Customer-Success-Team kommuniziert in der Sprache deiner Mitarbeitenden und fördert die regelmäßige Nutzung durch Kampagnen und Check-ins.
- Bei Gesundheitsdaten zählen hohe Datenschutzstandards: Deshalb bieten wir hohe Standards beim Datenschutz. OpenUp ist nach ISO 27001 zertifiziert, speichert sämtliche Daten DSGVO-konform auf Servern innerhalb der EU und gewährleistet die Anonymität der Mitarbeitenden. Auch beim Vitalitäts-Check bleiben persönliche Ergebnisse vertraulich. HR erhält ausschließlich anonymisierte Auswertungen auf Unternehmensebene.
Auf einer Plattform stehen deinen Mitarbeitenden folgende Leistungen zur Verfügung:
- Direkter, unbegrenzter Zugang zu Psycholog*innen: Mitarbeitende erhalten innerhalb von 48 Stunden einen ersten Beratungstermin, ohne Überweisung und in einer von 45 Sprachen.
- Gesundheitsberatung: Beratung zu Schlaf, Bewegung und Ernährung, um Energie und Regeneration langfristig zu fördern.
- Finanzcoaching: Professionelle Begleitung bei finanziellen Sorgen, die häufig eine unterschätzte Stressquelle darstellen.
- Beratung für Angehörige: Auch Partner*innen sowie weitere Familienmitglieder können eigene Beratungsgespräche in Anspruch nehmen.
- HR-Einblicke: Anonymisierte Berichte auf Unternehmensebene helfen dir, zunehmende Belastungen frühzeitig zu erkennen, noch bevor sie sich in steigenden Fehlzeiten bemerkbar machen.
- 24/7-Hotline: In schwierigen Momenten erhalten Mitarbeitende rund um die Uhr Hilfe auf Deutsch, Niederländisch oder Englisch. OpenUp betreibt die Hotline selbst, ohne externes Callcenter.
- Schulungen für Führungskräfte: Führungskräfte bemerken erste Warnsignale häufig als Erste. Ergänzend bietet OpenUp Workshops und Webinare zu Themen wie Stress und Resilienz an.
Unternehmen wie Decathlon, HelloFresh, Flix und KPMG setzen bereits auf den präventiven, niedrigschwelligen Ansatz von OpenUp. Insgesamt begleiten wir mehr als 2.000 Organisationen sowie 600.000 Mitarbeitende und ihre Familien. Im OpenUp Impact Report 2024 bewerten die Nutzenden OpenUp mit durchschnittlich 8,8 von 10 Punkten.
Direkte, unbegrenzte Unterstützung für dein Team
Häufig gestellte Fragen zu EAP-Anbietern in Deutschland
Was kosten EAP-Anbieter, und welche Preismodelle gibt es?
Kaum ein Anbieter nennt feste Listenpreise, die meisten rechnen individuell ab. Grundsätzlich gibt es drei Preismodelle. Bei der Abrechnung pro Fall zahlst du nur, wenn Mitarbeitende das Angebot tatsächlich nutzen. Gleichzeitig entsteht dadurch ein finanzieller Anreiz, die Nutzung möglichst gering zu halten. Bei vorausbezahlten Stundenkontingenten besteht das Risiko, dass diese vorzeitig ausgeschöpft sind. Eine feste Pauschale pro Mitarbeitendem dagegen bietet planbare Kosten und schafft einen Anreiz, möglichst viele Beschäftigte zu erreichen. Auch OpenUp arbeitet mit einem festen Preis pro Mitarbeitendem. Kläre bei jedem Angebot, was passiert, wenn die Nutzung stärker steigt als geplant.
Sind unbegrenzte Sitzungen wirklich nötig?
Unbegrenzte Beratung bedeutet nicht, dass jede Person unendlich viele Sitzungen benötigt. Viele machen bereits nach vier bis sechs Gesprächen deutliche Fortschritte. Entscheidend ist, dass niemand die Beratung vorzeitig beenden muss, weil ein Kontingent aufgebraucht ist. Ebenso wichtig ist, dass Mitarbeitende nicht schon im Vorfeld überlegen, ob ihr Anliegen überhaupt eine Beratung rechtfertigt. Wie viele Gespräche sinnvoll sind und in welchen Abständen sie stattfinden, entscheiden sie gemeinsam mit der jeweiligen Fachperson.
Wie steht es um Datenschutz und EU-Server?
Bei Gesundheitsdaten kommt es darauf an, an welchem Ort ein Anbieter sie speichert und wie er sie schützt. Achte beim Vergleich besonders auf drei Aspekte: den Serverstandort, die technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen sowie die Zertifizierungen. Dabei macht es einen wesentlichen Unterschied, ob eine Zertifizierung die Informationssicherheit (ISO 27001) oder lediglich das Qualitätsmanagement (ISO 9001) abdeckt. Mehrere Anbieter weisen ausschließlich ISO 9001 aus. Prüfe außerdem, ob der Anbieter selbst zertifiziert ist oder lediglich das Rechenzentrum, das er nutzt.
Erfüllt ein EAP die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen?
Nein. Ein EAP kann Teil der Maßnahmen sein, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben. Die Beurteilung selbst ersetzt es jedoch nicht. Dafür bleibt der Arbeitgeber gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verantwortlich.
Muss der Betriebsrat bei der Einführung mitbestimmen?
Wenn dein Unternehmen einen Betriebsrat hat, ist dessen Mitbestimmung bei der Einführung eines EAP häufig erforderlich. Die Einführung kann Mitbestimmungsrechte gemäß § 87 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) berühren. In welchem Umfang, hängt von der konkreten Ausgestaltung des Angebots ab, etwa davon, ob und welche Auswertungen der Arbeitgeber erhält. Beziehe den Betriebsrat deshalb frühzeitig ein, damit er die Einführung auch kommunikativ begleiten kann.