Was kostet Stress am Arbeitsplatz? So berechnest du es für dein Unternehmen

Arbeitsstress kostet mehr, als in der Bilanz sichtbar ist. Die Summe verteilt sich auf Fehlzeiten, Produktivitätsverlust und Fluktuation, lässt sich aber überraschend einfach schätzen und gezielt senken.
OpenUp Redaktion

Von OpenUp Redaktion Überprüft von Psycholog*in Kim Schlüter

10 min
Illustration einer gestressten Frau, die sich den Kopf hält, umgeben von Münzen und Zickzacklinien, während sie vor einer Präsentationswand mit Diagrammen und Grafiken steht. Auf einem Tisch in der Nähe steht eine Topfpflanze.

In diesem Artikel

Die Kosten von Arbeitsstress bleiben oft unsichtbar, weil sie sich auf drei Bereiche verteilen: Fehlzeiten, Produktivitätsverlust und Fluktuation. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Produktivitätsverlust durch psychische Belastung auf rund eine Billion Euro pro Jahr.

Die Ursache von Stress bleibt meist privat und taucht in keiner Statistik auf. Was du als Unternehmen siehst und bezahlst, ist die Folge: Fehltage und nachlassende Leistung. Mentales Wohlbefinden ist damit genauso eine Frage für Finance wie für HR.

Wir zeigen dir, was Arbeitsstress kostet, wie du die Summe für dein eigenes Unternehmen berechnest und wie du sie wieder senkst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was Arbeitsstress kostet. Weltweit rund eine Billion Euro pro Jahr laut WHO. In Deutschland verursachen psychische Erkrankungen Ausfallkosten in Milliardenhöhe (BAuA).
  • Wo die Kosten liegen. In drei Posten, die fast jedes Unternehmen treffen: Fehlzeiten, Produktivitätsverlust (Präsentismus) und Fluktuation. Bei 500 Mitarbeitenden summiert sich das schnell auf über eine Million Euro pro Jahr.
  • Was du tun kannst. Setz an den Ursachen an und gib deinen Mitarbeitenden niedrigschwellige, präventive Unterstützung. Am meisten bewirkt eine leicht zugängliche Plattform für mentales Wohlbefinden, weil du Belastungen früh auffängst.

Die Rechnung von Arbeitsstress

In fast jedem Unternehmen ist Arbeitsstress zu einem der größten Kostenblöcke geworden. Nur siehst du diese Summe selten auf einen Blick. Und sie wächst.

Nach Angaben der WHO gehen weltweit jährlich 12 Milliarden Arbeitstage durch Depressionen und Angst verloren. Diese verlorenen Tage stehen für rund eine Billion Euro an Produktivitätsverlust pro Jahr.

Für Deutschland schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit für 2024 auf rund 134 Milliarden Euro. Psychische Erkrankungen zählen dabei zu den drei größten Ursachengruppen, und ihr Anteil steigt seit Jahren.

Das ist längst nicht mehr nur ein HR-Thema. Es liegt genauso auf dem Tisch von Finance, weil es Produktivität, Gehälter und Betriebskosten berührt.

Die versteckten Kostenposten

Mentale Belastung trifft drei Posten in fast jedem Unternehmen: Fehlzeiten, Produktivität (oder Präsentismus) und Fluktuation. Wir gehen sie gemeinsam durch.

Fehlzeiten. Mitarbeitende, die krankheitsbedingt ausfallen. Die BAuA-Zahlen oben stehen für die direkten Ausgaben, die du ohnehin schon trägst: Entgeltfortzahlung, Vertretung und Produktionsverlust bei längeren Ausfällen.

Produktivitätsverlust. Anwesend, aber nicht auf voller Leistung, zum Beispiel wegen Stress, schlechtem Schlaf oder einer belastenden privaten Situation. Diesen Effekt nennen wir Präsentismus. Aus unserer Erfahrung mit mehr als 2.000 Organisationen rechnen wir dabei konservativ mit dem 1,0- bis 1,5-Fachen der Fehlzeiten.

Fluktuation. Mitarbeitende, die gehen und ersetzt werden. Die Wiederbesetzungskosten liegen meist zwischen 25 % und 75 % des Jahresgehalts, je nach Funktionsebene. Spezialisierte und Führungsrollen liegen am oberen Ende, operative Rollen am unteren.

Bei einem Unternehmen mit 500 Mitarbeitenden und einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 50.000 Euro summiert sich das schnell. Im nächsten Abschnitt rechnen wir es konkret durch, damit du die Summe selbst siehst.

So berechnest du, was dich Arbeitsstress kostet

Du brauchst kein kompliziertes Rechenmodell. Drei Posten, ein paar konservative Annahmen, und du hast eine erste Größenordnung dessen, was Arbeitsstress dich aktuell kostet. Wir rechnen bewusst vorsichtig; in der Praxis liegen die Kosten wahrscheinlich höher.

Die vier Annahmen:

  1. Anteil mentaler Ursachen. Ein erheblicher Teil der Fehlzeiten und des Produktivitätsverlusts geht auf mentale Ursachen zurück. Wir rechnen konservativ mit 20 %. Zur Einordnung: Laut BAuA entfällt seit Jahren rund ein Sechstel aller Arbeitsunfähigkeitstage auf psychische Erkrankungen, Tendenz steigend.
  2. Präsentismus-Faktor. Konservativ das 1,0- bis 1,5-Fache der Fehlzeiten.
  3. Wiederbesetzungskosten. 25 bis 75 % des Jahresgehalts, je nach Funktionsebene.
  4. Fluktuation. Wir rechnen mit einer ungewollten Fluktuation von 2 % pro Jahr, die mit mentalen Belastungen zusammenhängt. Bei 500 Mitarbeitenden sind das 10 Personen.

„Viele Menschen, mit denen ich spreche, funktionieren schon länger nicht mehr richtig, bevor sie sich Hilfe holen. Das ist schade, denn gerade am Anfang lässt sich oft schnell etwas bewegen. Zum Glück bekommen Menschen schnell einen Termin, sobald sie so weit sind, und von da an arbeiten wir gemeinsam daran.“

– Psychologin Kim Schlüter

Ein Beispiel mit 500 Mitarbeitenden.

Nimm 500 Mitarbeitende mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 50.000 Euro, einer Lohnsumme von 25 Millionen Euro und einem Krankenstand von 10 %. Dann sieht die Rechnung so aus:

KostenpostBerechnungKosten pro Jahr
Fehlzeiten10 % Krankenstand × 25 Mio. € × 20 % mentalrund 500.000 €
Präsentismusmentale Fehlzeiten × Faktor 1,0rund 500.000 €
Fluktuation10 Abgänge (2 %) × 25.000 € × 20 % mentalrund 50.000 €
Gesamt pro JahrSumme der drei Postenüber 1 Million €

Trag deine eigene Zahl an Mitarbeitenden, das Jahresgehalt und den Krankenstand ein, und du siehst deinen eigenen Richtwert. Für ein Unternehmen dieser Größe geht es schnell um rund 1 Million Euro an Kosten durch mentale Fehlzeiten. Gelingt es, diese Summe um 20 % zu senken, entsteht Spielraum für vier neue Kolleg*innen oder eine Investition in etwas Neues.

Was du als Unternehmen tun kannst

Gute Nachricht: An dieser Rechnung kannst du etwas ändern. Stress am Arbeitsplatz gehst du am besten an der Quelle an, auf drei Ebenen, die sich gegenseitig verstärken: weniger Arbeitsdruck, mehr Autonomie und eine Kultur, in der Stress ansprechbar ist.

Hier sind einige Richtungen als Inspiration, kein fertiges Rezept. Das ist oft ein längerer Weg, und jedes Unternehmen hat eigene Herausforderungen. Fang bei dem an, was in deiner Situation am meisten bewirkt.

Prävention und Arbeitsdruck

  • Biete direkte, niedrigschwellige mentale Unterstützung, zum Beispiel über eine Plattform für mentales Wohlbefinden. So kann jemand darüber sprechen, bevor der Druck zu hoch wird.
  • Hilf Menschen, Prioritäten zu setzen, damit sie nicht zu viel gleichzeitig aufnehmen.
  • Verteile Aufgaben rechtzeitig neu. Schau regelmäßig auf die Belastung pro Team und steuere gegen, bevor jemand umkippt.
  • Mach Rollen und Erwartungen klar, damit niemand in Unklarheit arbeitet.
  • Bau etwas Luft in die Planung ein, damit eine arbeitsreiche Phase nicht sofort zu viel wird.
  • Finde mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (§ 5 ArbSchG) heraus, woher der Druck kommt. So weißt du, wo du ansetzen kannst.

Autonomie und Work-Life-Balance

  • Gib Menschen, wo möglich, selbst Einfluss auf Arbeitszeiten und Arbeitsort, Homeoffice eingeschlossen.
  • Schütze Erholungszeit. Ermutige dazu, Urlaub wirklich zu nehmen und Pausen zu machen.
  • Probiere mal einen Tag ohne Meetings, damit Raum für konzentriertes Arbeiten bleibt.
  • Sei flexibel, wenn es privat gerade viel ist, etwa bei der Pflege von Angehörigen oder mit kleinen Kindern.
  • Vereinbart, dass E-Mails abends und am Wochenende warten dürfen.

Kultur und Führung

  • Mach Stress ansprechbar. Menschen sollten sich sicher genug fühlen, sich zu melden, bevor es zu viel wird.
  • Frag regelmäßig und anonym ab, wo der Druck sitzt, zum Beispiel mit einem kurzen Fragebogen.
  • Schule deine Führungskräfte darin, frühe Signale zu erkennen (Zynismus, nachlassende Leistung oder häufigere Kurzzeitausfälle) und darauf zu reagieren.
  • Lass Menschen einen persönlichen Plan mit ihren Stresssignalen erstellen und dem, was ihnen hilft, wenn Stress zunimmt.
  • Geh mit einer gesunden Balance zwischen Arbeit und Privatleben selbst mit gutem Beispiel voran.
  • Mach deutlich, wo Menschen Hilfe bekommen, damit niemand lange suchen muss.

Kein Unternehmen schließt das in einem Quartal ab. Trotzdem siehst du schnell Ergebnisse, wenn du ein paar dieser Schritte umsetzt und dranbleibst. Was gut wirkt: Mitarbeitende bekommen einfache, präventive Hilfe über eine niedrigschwellige Plattform für mentales Wohlbefinden.

„Autonomie und ein offener Umgang mit dem, was gerade los ist, sind sehr wichtig. Wenn Mitarbeitende selbst entscheiden können, nicht das Gefühl haben, dass alles auf einmal sein muss, und sich Verbundenheit einstellt, erreichst du als Organisation und Team schon viel.“

Psychologin Kim Schlüter

Präventive Hilfe an einem Ort

Viele dieser Maßnahmen kommen in einer Plattform für mentales Wohlbefinden zusammen: mentales, körperliches und finanzielles Wohlbefinden an einem Ort. Gerade weil sie präventiv wirkt, fängst du Belastungen auf, bevor sie in langen Ausfällen enden. Und sie setzt direkt an arbeitsbedingtem Stress an, genau der Ursache, die auch die BAuA als Kostentreiber benennt.

Auf einer Plattform bekommen Mitarbeitende bei uns unter anderem:

  • Direkten und unbegrenzten Zugang zu Psycholog*innen, mit einem ersten 1:1-Gespräch innerhalb von 48 Stunden, in über 40 Sprachen.
  • Gesundheitsberatung zu Schlaf, Bewegung und Ernährung, damit Energie und Erholung stabil bleiben.
  • Finanzcoaching bei Geldsorgen, einer häufigen und oft unterschätzten Stressquelle.
  • HR-Einblicke und Reporting: ein anonymisiertes Live-Dashboard, das pro Team und Thema zeigt, wo der Druck sitzt, noch bevor er zu Fehlzeiten führt.
  • Den Vitalitäts-Check: einen Wohlbefinden-Check von rund zehn Minuten zu zehn Themen. Er ersetzt die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen nicht, ergänzt sie aber und macht Arbeitsdruck anonymisiert sichtbar.
  • Selbstständiges Lernen mit Kursen, Übungen und Artikeln, für alle, die lieber im eigenen Tempo arbeiten.
  • Training für Führungskräfte, um frühe Signale zu erkennen, plus eine Hotline für schwierige Momente.
  • Workshops und Webinare zu Themen wie Stress und Resilienz, mit der Option, eine passende Session für dein Team zu organisieren.

Vertraulich und sicher: Einzelne Ergebnisse bleiben anonym, alle Daten liegen auf Servern in der EU, DSGVO-konform und nach ISO 27001 zertifiziert.

Was bringt diese Investition?

Dann die Frage, die Finance zuerst stellt: Was bekomme ich dafür zurück? Zwei Arten von Zahlen machen die Antwort belastbar: was andere sehen und was wir selbst sehen.

Was andere sehen: Eine Untersuchung von Deloitte schätzt den durchschnittlichen Return von Programmen für mentales Wohlbefinden auf das Fünffache der Investition.

Was wir selbst sehen: In Durchrechnungen mit Kund*innen kommen wir meist auf einen ROI zwischen dem Vier- und Achtfachen, mit einem Median um das Fünf- bis Siebenfache. Der Unterschied hängt vor allem von deinem Krankenstand und deinen Wiederbesetzungskosten ab.

KostenpostBerechnungEinsparung pro Jahr
Fehlzeiten10 % Reduktion auf 500.000 € mentale Fehlzeitenrund 50.000 €
ProduktivitätsverlustEinsparung bei Fehlzeiten × Faktor 1,0rund 50.000 €
Fluktuation10 Abgänge (2 %) × 5 % weniger Abgänge × 50 % Wiederbesetzung × 50.000 €rund 12.500 €
Gesamt pro JahrSumme der drei Postenrund 112.500 €
Eine Bewertung von Laura H. vergibt dem EAP-Anbieter OpenUp 5 Sterne. Sie lobt die einfache Handhabung und die hilfreichen Ratschläge der Psychologen. Es gibt keine negativen Kommentare. Die Bewertung stammt vom 21.1.2025 und enthält Angaben zu ihrer Berufsbezeichnung und der Unternehmensgröße.

Willst du den ROI für dein eigenes Unternehmen ausarbeiten? Dann nutze diese Formel:

ROI = jährliche Gesamteinsparungen ÷ jährliche Plattformkosten

Rechne es für dein Unternehmen durch

In einer kurzen Demo gehen wir deine drei Kostenposten gemeinsam durch und zeigen dir, wie direkter, unbegrenzter Zugang zu Psycholog*innen die Summe senkt.

Häufig gestellte Fragen zu den Kosten von Stress am Arbeitsplatz

Was kann ich von OpenUp erwarten?

Einen strukturierten Start mit deiner festen, lokalen Ansprechperson im Customer Success, eine feste Implementierungsbegleitung von Anfang an, Aktivierungskampagnen im Arbeitsalltag und regelmäßiges Reporting mit anonymisierten Wohlbefinden-Trends. Konkret: Du stehst nicht allein da und hast jemanden, der mitdenkt, wie deine Mitarbeitenden die Plattform wirklich nutzen.

Wie sicher ist, dass sich das rechnet?

Keine Plattform kann einen ROI garantieren, und das behaupten wir auch nicht. Was wir tun: Wir bauen die Annahmen gemeinsam mit dir auf, auf Basis der Deloitte-Spanne, deiner eigenen Krankenstandszahlen und des Profils deines Unternehmens. In Durchrechnungen mit Kund*innen sehen wir meist eine Amortisation innerhalb eines Jahres und den vollen ROI über drei Jahre. Die Spanne hängt vor allem von deinem Krankenstand und der Aktivierung ab.

Wie messe ich, ob es wirkt, und kann ich als HR steuern?

Du bekommst Zugang zu einer eigenen HR-Umgebung mit anonymisierten Wohlbefinden-Trends, der Nutzung pro Thema und den Ergebnissen des Vitalitäts-Checks. Deine feste Ansprechperson im Customer Success geht die Erkenntnisse regelmäßig mit dir durch, sodass du siehst, wo es hakt und wo deine Maßnahmen wirken. Die Daten sind immer auf Organisationsebene, nie auf einzelne Mitarbeitende rückführbar. Das ist die Grundlage für Vertrauen im Team.

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