Achtsamkeitsübungen sind viel mehr als nur ein Trend: Sie helfen dir, Stress abzubauen, dich zu entspannen und den Moment bewusster wahrzunehmen. Egal ob du zum ersten Mal Achtsamkeit üben möchtest, eine neue Übung zur Achtsamkeit suchst oder einfach Inspiration brauchst. Hier findest du über 33 Achtsamkeitsübungen für den Alltag, die einfach umzusetzen sind.
Von kurzen Impulsen für zwischendurch bis zu geführten Meditationen, von Achtsamkeitsübungen für Anfänger*innen bis zu Ideen für die Gruppe oder das Team – alle Übungen sind klar erklärt, praxiserprobt und wissenschaftlich fundiert. Perfekt für alle, die Achtsamkeit üben und neue Wege entdecken möchten, präsenter und gelassener zu sein.
Wichtiger Hinweis: Achtsamkeit ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung. Wenn du schwere psychische Belastungen wie Trauma, PTBS, Psychosen oder intensive emotionale Krisen erlebst, kann es sein, dass Achtsamkeit deine Symptome verstärkt. Bist du dir nicht sicher, ob Achtsamkeit das Richtige für dich ist, hol dir bitte Unterstützung bei qualifizierten Psycholog*innen, bevor du startest oder weiter übst.
Was ist Achtsamkeit und welche Vorteile bringen Achtsamkeitsübungen?
Achtsamkeit bedeutet, mit Offenheit und ohne Bewertung auf das Hier und Jetzt zu achten – auf deine Gedanken, deinen Körper und deine Umgebung. Auch wenn Achtsamkeit aus buddhistischen Traditionen stammt, brauchst du dafür keine religiösen oder spirituellen Überzeugungen.
Und was sind Achtsamkeitsübungen? Ganz einfach: kleine Übungen, mit denen du Achtsamkeit im Alltag üben kannst – durch Atmung, Bewegung, Schreiben oder Zuhören.
„Ich möchte mit dem Missverständnis aufräumen, dass Achtsamkeit (nur) mit Meditation gleichzusetzen ist“, sagt Psychologin Pia Linden. „Achtsamkeit hat drei Grundlagen: Absicht, Aufmerksamkeit und Einstellung. Theoretisch könnte man achtsam sein, ohne jemals Meditation zu praktizieren. Und obwohl Meditation sicherlich nützlich und effektiv ist, kannst du mit einfachen Achtsamkeitsübungen auch eine achtsame Erfahrung machen.“
💡 Erfahre hier mehr über Meditation: Was ist Meditation und wie kannst du diese Technik lernen?
Vorteile von Achtsamkeitsübungen
Vielleicht fragst du dich, warum du überhaupt Achtsamkeit üben solltest? Hier sind die wichtigsten Vorteile:
- Stress reduzieren: Achtsamkeitsübungen können helfen, Stress und innere Anspannung abzubauen. Sie beruhigen das Nervensystem und schaffen Raum für mehr Ruhe und Klarheit.
- Bessere Konzentration: Wer regelmäßig Achtsamkeit übt, stärkt seine Aufmerksamkeit und kann sich leichter auf das Wesentliche fokussieren.
- Mehr Gelassenheit im Alltag: Achtsamkeit unterstützt uns dabei, mit Herausforderungen entspannter umzugehen und insgesamt gelassener zu werden.
- Stärkeres Körperbewusstsein: Achtsamkeitsübungen fördern die Verbindung zum eigenen Körper und helfen dabei, Signale wie Anspannung oder Müdigkeit besser wahrzunehmen.
- Positive Wirkung auf die Psyche: Achtsamkeit kann das emotionale Wohlbefinden verbessern, Verstimmungen lindern und das Selbstwertgefühl stärken.
Und trotzdem fällt es vielen schwer, den Einstieg zu finden oder dranzubleiben. Deshalb haben wir über 33 Achtsamkeitsübungen zusammengestellt, die einfach umzusetzen sind. Ob du allein, zu zweit oder in der Gruppe übst – hier findest du viele Beispiele für Achtsamkeit im Alltag, die dir helfen, präsenter, entspannter und gelassener zu werden.
Kurze Achtsamkeitsübungen für den Alltag
Achtsamkeit üben – so geht’s: Mit diesen Übungen zur Achtsamkeit lernst du, deine Gedanken, Gefühle und deinen Körper bewusster wahrzunehmen. Diese kurzen Achtsamkeitsübungen kannst du jederzeit in deinen Tag integrieren, ideal für zwischendurch.
1. Sorgen lindern mit der 5-4-3-2-1-Übung 🌱
Warum sie wirkt: Diese Mini-Übung hilft dir, den Moment bewusster wahrzunehmen und aus Gedankenkreisen, starken Gefühlen oder Stress rauszukommen. Perfekt, um dich schnell zu zentrieren!
So geht’s:
- Schau dich ruhig um, wo du gerade bist.
- Benenne dann: fünf Dinge, die du sehen kannst, vier Dinge, die du spürst, drei Geräusche, die du hörst, zwei Düfte, die du riechst und einen Geschmack, den du schmeckst.
- Spüre, wie es sich anfühlt, im Hier und Jetzt zu sein.
Probier die 5-4-3-2-1-Übung gleich mal aus. Hier kannst du dir die Übung anhören und einfach mitmachen: 👇
2. Achtsames Atmen für 2-Minuten 2️⃣
Warum sie wirkt:
Diese einfache, aber kraftvolle Übung aktiviert dein parasympathisches Nervensystem und sorgt für Entspannung. Sie hilft dir besonders in Momenten, in denen du impulsiv reagierst oder am liebsten ausflippen würdest. „So kannst du kurz anhalten, dich neu ausrichten und wieder die Kontrolle übernehmen“, sagt Psychologin Pia.
So geht’s:
- Setz dich bequem hin, schließe die Augen oder lass den Blick weich werden.
- Atme tief und so, wie es für dich angenehm ist, durch die Nase ein.
- Atme langsam durch den Mund aus, als würdest du eine Kerze auspusten. Versuche, das Ausatmen sanft zu verlängern.
- Bleib etwa zwei Minuten in diesem ruhigen Atemrhythmus (ca. 5-6 Atemzüge pro Minute).
- Wenn deine Gedanken abschweifen, lenke deine Aufmerksamkeit freundlich zurück auf deinen Atem.
- Komm dann in deinem Tempo zurück – gestärkt und entspannt.
3. Body-Scan für innere Ruhe 🔍
Warum sie wirkt:
„Diese kleine Achtsamkeitsübung bringt dich blitzschnell in Kontakt mit deinem Körper – egal, ob an der Kaffeemaschine oder an der Bushaltestelle. Besonders praktisch, wenn du nicht stillsitzen möchtest oder kannst. Sie gehört zu meinen Favoriten, weil sie dich deinem Körper und deinen Gefühlen näherbringt“, erklärt Pia.
So geht’s:
- Stell dich gerade hin und richte deine Aufmerksamkeit ein paar Atemzüge lang auf deinen Atem.
- Stell deine Füße fest auf den Boden und spüre den Kontakt.
- Verlage dein Gewicht langsam nach rechts, beide Füße bleiben am Boden. Nimm wahr, wie sich dein Gleichgewicht verändert.
- Wiederhole das nach links, nach vorne und nach hinten.
- Mach so lange weiter, wie es sich gut anfühlt, und bleib ganz präsent bei jeder Bewegung.
Möchtest du den Body-Scan ausführlicher üben? Probier diesen Body-Scan für den ganzen Körper (5 Minuten)
4. Die 1-Minuten-Pause ⏸️
Warum sie wirkt: Sie ist die perfekte Methode, um Körper und Geist in nur 60 Sekunden komplett zu resetten. Ideal, wenn du gestresst bist, dich überwältigt fühlst oder dich mitten im Alltag kurz zentrieren willst.
So geht’s:
- Such dir einen ruhigen Moment – egal, ob sitzend, stehend oder beim Gehen.
- Atme tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus.
- Lass dabei deine Schultern los und spüre, wie sich Verspannungen lösen.
- Lenke deine Aufmerksamkeit ganz sanft auf den aktuellen Moment. Taucht ein Gedanke auf, bring dich freundlich zum Atem zurück.
- Nach einer Minute atme nochmal tief ein und starte mit neuer Energie in deinen Tag.
5. Achtsames Zuhören 👂🏾
Warum sie wirkt: Achtsames Zuhören hilft dir, in Gesprächen voll präsent zu sein und stärkere Verbindungen zu anderen zu entwickeln. So fühlt sich dein Gegenüber wirklich wahrgenommen und wertgeschätzt.
So geht’s:
- Wenn jemand mit dir spricht, schenke der Person volle Aufmerksamkeit, lege Ablenkungen beiseite und wende dich ihr zu.
- Höre zu, ohne schon deine Antwort zu überlegen. Konzentriere dich auf Worte, Tonfall und Emotionen.
- Bevor du antwortest, halte einen Moment inne, um sicherzugehen, dass du wirklich zugehört hast.
- Beobachte, wie sich eure Gespräche so verändern und das Gefühl von echter Verbindung wächst.
6. Die 3-Minuten-Atemübung ⏲️
Warum sie wirkt: Ein schneller, aber sehr wirksamer Weg, um deinen Geist zu resetten und das innere Gleichgewicht zurückzugewinnen. Diese Mini-Praxis schärft das Bewusstsein für Gedanken und Gefühle, reguliert Stress und bringt mehr Ruhe in deinen Tag.
So geht’s:
- 1. Minute – Wahrnehmen: Setz dich oder stelle dich bequem hin, schließe sanft die Augen. Nimm wahr, wie es dir körperlich, mental und emotional gerade geht – ohne zu bewerten.
- 2. Minute – Atmen: Konzentriere dich auf deinen Atem. Spüre Rhythmus und Fluss jeder Ein- und Ausatmung. Atme nach Bedarf durch die Nase ein und den Mund aus.
- 3. Minute – Ausweiten: Richte die Aufmerksamkeit nun auf deinen ganzen Körper. Beobachte Empfindungen, Bereiche mit Leichtigkeit oder Entspannung. Nimm diesen Zustand bewusst wahr, bevor du zurück in deinen Tag gehst.
Achtsamkeitsübungen für Anfänger*innen
Wenn du neu in das Thema Achtsamkeit einsteigst, darf es leicht und angenehm sein. Diese Achtsamkeitsübungen für Anfänger*innen laden dich ein, erste Schritte ohne Druck zu gehen.
7. Achtsames Schreiben ✍️
Warum es wirkt: Ein Tagebuch hilft dir, Gedanken, Gefühle und Empfindungen achtsam auszudrücken, fördert Selbstwahrnehmung und baut Stress ab.
So geht’s:
- Nimm dir ein paar Minuten am Tag, schreibe ohne Bewertung drauflos.
- Fokussiere auf das Hier und Jetzt: Wie geht es dir, was spürst du gerade?
- Nutze Fragen wie „Wofür bin ich heute dankbar?“ als Inspiration.
- Lies deine Einträge regelmäßig, um Muster oder Veränderungen zu entdecken.
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8. Meditation der liebevollen Freundlichkeit ❤️🧘
Warum es wirkt: LKM stärkt Gefühle von Mitgefühl und Empathie – Forschungen zeigen: Sie fördert gute Laune und hilft bei Stress.
So geht’s:
- Setz dich bequem, schließe die Augen.
- Wiederhole gedanklich Sätze, in denen du dir und anderen Wohlergehen wünschst.
- Weite deine Aufmerksamkeit von dir selbst über Freund*innen, deine Community bis auf alle Lebewesen aus.
- Übe am besten 5–10 Minuten am Tag.
Sei liebevoll zu dir selbst, probier diese Selbstliebe-Meditation.
9. Dankbarkeitsübung 🙏
Warum sie wirkt: Dankbarkeit verschiebt den Fokus von Sorgen zu Positivem. Wissenschaftlich belegt: Wer dankbar lebt, fühlt sich zufriedener und stärker.
So geht’s:
- Starte den Tag mit drei Dingen, für die du heute dankbar bist.
- Führe ein Dankbarkeitstagebuch, das du in schweren Zeiten durchblätterst.
- Teile deine Wertschätzung mit anderen, um Verbindungen zu vertiefen.
- Nimm kleine Erlebnisse mit allen Sinnen wahr und genieße sie.
10. Achtsamkeitsmeditation im Gehen 🚶♂️
Warum sie wirkt: Bewegung und Achtsamkeit in Kombination schenken Entspannung und Fokus. Studien zeigen: Gehmeditation baut Stress ab und verbessert deine Präsenz.
So geht’s:
- Such dir einen ruhigen Spazierweg.
- Geh langsam und bewusst, spüre jeden Schritt und wie die Füße den Boden berühren.
- Registriere deine Gedanken und die Umgebung wertfrei.
- Atme entspannt und lass Atem und Schritte im Einklang schwingen.
Probier achtsames Gehen direkt mit einer Anleitung von OpenUp.
11. Achtsames Dehnen & Bewegen 🤸♀️
Warum es wirkt: Verbindet Bewegung mit Achtsamkeit, lockert Verspannungen und schult die Körperwahrnehmung – für mehr Flexibilität und Klarheit.
So geht’s:
- Setze eine klare Intention: Heute möchtest du den Körper und deine Empfindungen spüren.
- Dehne oder bewege dich langsam und aufmerksam.
- Spüre Verspannungen, atme bewusst in diese Bereiche.
- Schließe mit einem Moment der Dankbarkeit für die Erfahrung ab.
Achtsamkeit üben mit Techniken gegen Stress
12. Progressive Muskelentspannung (PMR) 🧘🏼
Warum sie wirkt: Bei der Progressiven Muskelentspannung spannst du nacheinander verschiedene Muskelgruppen an und entspannst sie wieder. So baust du Anspannung ab, dein Körper kommt in den Ruhemodus und du entspannst schneller. In einer Studie mit 3.402 Erwachsenen reduzierte PMR deutlich Stress, Angst und Niedergeschlagenheit – ein echter Klassiker also!
So geht’s:
- Such dir einen stillen Ort, setz oder leg dich bequem hin. Schließe die Augen und atme ein paar Mal tief durch.
- Starte bei den Füßen, spanne sie für 5–10 Sekunden an, dann loslassen und Entspannung spüren.
- Arbeite dich durch alle Muskeln: Waden, Oberschenkel, Bauch, Hände, Arme, Schultern, Nacken und Kiefer. Spanne jede Partie kurz an – dann lösen.
- Achte besonders auf den Unterschied zwischen Verspannung und Entspannung. Zum Schluss nochmal tief ein- und ausatmen und die wohlige Ruhe genießen.
13. Box-Breathing Atemtechnik 📦
Warum sie wirkt: Die Box-Breathing-Technik ist leicht zu lernen und reduziert effektiv Angst. In Studien zeigte sich, dass tägliches Üben alle zwei Stunden für je zwei Minuten Ängste spürbar mildert. Durch das gleichmäßige Atmen wird dein Puls ruhiger, du fühlst dich gelassener und fokussierter.
So geht’s:
- Setz dich ruhig hin, schließe die Augen und atme durch die Nase vollständig aus.
- Dann vier Schritte nacheinander wiederholen:
- 4 Sekunden lang durch die Nase einatmen
- 4 Sekunden Atem halten
- 4 Sekunden ausatmen (durch die Nase)
- 4 Sekunden erneut halten
- Diesen 4er-Rhythmus mindestens fünf Minuten lang wiederholen – spüre, wie die Wirkung einsetzt.
🧘♀️ Weiterlesen: 3 Atemübungen, um sofort den Puls zu senken
14. Der Sorgenbaum 🌳
Warum sie wirkt: Der Sorgenbaum hilft, Ängste realistisch einzuordnen und Kontrolle zurückzugewinnen. Du lernst, Sorgen logisch zu hinterfragen und gezielt loslassen oder aktiv werden – das reduziert Grübeln und schenkt Überblick.
So geht’s:
- Identifiziere deine Sorge: Erkenne und benenne bewusst, was dich beschäftigt.
- Frag dich: Kann ich jetzt gerade etwas daran ändern?
- Wenn ja: Schmiede einen Plan und setze erste Schritte um.
- Wenn nein: Mach dir klar, dass Grübeln das Ergebnis nicht ändert. Lass die Sorge los, so gut es geht.
- Lenke den Fokus um, z.B. mit einer Atemübung oder einer anderen Aktivität. Wiederhole die Methode, wann immer du in Grübelschleifen bist. Übung macht’s leichter!
15. Die Schmetterlingsumarmung 🦋
Warum sie wirkt: Die Schmetterlingsumarmung schenkt dir schnelle Selbstberuhigung und Geborgenheit, besonders bei Stress und intensiven Emotionen. Entwickelt wurde die Technik für Traumatherapie – sie aktiviert beide Gehirnhälften und beruhigt das Nervensystem effektiv. Studien zeigen: Selbst bei starker Angst sorgt sie für entspannte Gefühle.
So geht’s:
- Such dir einen ruhigen Platz, setz dich bequem und atme tief ein.
- Verschränke deine Arme vor der Brust, sodass je eine Hand auf der gegenüberliegenden Schulter oder am Oberarm liegt (wie Schmetterlingsflügel).
- Klopfe abwechselnd mit rechts und links sanft auf die Schultern – im eigenen Rhythmus.
- Atme tief ein und aus, spüre die Entspannung im Körper.
- Nach ein paar Minuten – wenn du ruhiger bist – löse die Arme langsam.
16. Achtsame Affirmationen 🗣️
Warum sie wirkt: Mit positiven, wohltuenden Glaubenssätzen baust du Ängste, Stress und Selbstzweifel ab und stärkst deine psychische Widerstandskraft. Studien zeigen, dass Affirmationen die Belohnungszentren im Gehirn aktivieren und mehr innere Balance schenken.
So geht’s:
- Such dir einen ruhigen Platz, setz dich entspannt und bring dich ins Hier und Jetzt.
- Wähle eine Affirmation, die dich anspricht, zum Beispiel: „Ich bin ruhig und gelassen“ oder „Ich vertraue darauf, Herausforderungen gut zu meistern.“
- Wiederhole die Affirmation mit Aufmerksamkeit (laut oder im Kopf) und lass die Bedeutung auf dich wirken.
- Atme vor jedem Satz tief ein, lasse mit dem Ausatmen alle Anspannung gehen.
- Wenn dein Geist abschweift, bring dich liebevoll zurück zur Affirmation. Übe, bis du einen Unterschied spürst.
17. Übung mit den 5 Sinnen 5️⃣
Warum sie wirkt: Eine schnelle Methode, um von Gedankenkreisen in den Moment zu kommen. Studien zeigen: Wenn du bewusst mit allen Sinnen wahrnimmst, nimmt der Stresspegel ab und du entspannst.
So geht’s:
- Nimm einen tiefen Atemzug und richte deine Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt.
- Benenne fünf Dinge, die du sehen kannst – auch winzige Details sind spannend!
- Spüre vier Dinge – zum Beispiel Kleidung auf der Haut, Temperatur oder den Boden unter deinen Füßen.
- Höre drei Geräusche – laute, leise, nahe oder ferne.
- Rieche zwei Düfte in deiner Umgebung.
- Schmecke einen Geschmack – vielleicht nach einem Getränk oder einfach im Mund.
18. Geführte Bilderreise (Imaginationsübung) 🏞️
Warum sie wirkt: Mit einer geführten Bilderreise entspannst du durch positive innere Bilder, wie einen Lieblingsort am Wasser oder im Grünen. Das Gehirn entspannt, als wäre die Szene real – eine von der Wissenschaft bestätigte Wirkung.
So geht’s:
- Setz oder leg dich bequem hin, schließe sanft die Augen. Atme tief durch.
- Denk an einen Ort, an dem du dich geborgen fühlst – zum Beispiel ein Garten, ein See oder ein kuscheliger Raum.
- Stell dir alle Einzelheiten vor: Farben, Geräusche, Düfte, deine Empfindungen.
- Mit jedem Atemzug wirst du ruhiger. Beim Ausatmen lässt du mehr Spannung los.
- Bleibe ein paar Minuten in deinem Bild, bevor du deine Aufmerksamkeit wieder zurückholst.
Probier unsere geführte Visualisation für positive Gedanken gleich aus, wenn du dich gestresst fühlst.
Achtsamkeitsübungen für Gruppen
Ob in Seminaren, Meetings oder im Team: Diese Achtsamkeitsübungen für Gruppen helfen, gemeinsame Präsenz zu schaffen und Achtsamkeit zu üben.
19. Achtsames Erzählen 📖
Warum es wirkt: In der Runde erzählen Teilnehmende persönliche Geschichten – alle hören aufmerksam, ohne zu werten. Das verbessert das Zuhören, fördert Empathie und ein Gefühl von Zugehörigkeit.
So geht’s:
- Sitzkreis bilden, sodass alle einander sehen können.
- Gemeinsame Regeln festlegen: achtsam zuhören und keine Unterbrechungen.
- Jede*r teilt nacheinander eine Erfahrung zum ausgewählten Thema.
- Alle hören mit voller Aufmerksamkeit und ohne Antwortpläne zu.
- Am Ende gemeinsam reflektieren, wie es sich angefühlt hat.
20. Geführte Partner*innen-Meditation 🔗
Warum es wirkt: Achtsamkeit zu zweit vertieft Vertrauen, emotionale Wahrnehmung und die Beziehung zueinander. Studien belegen: Meditation im Paar verbessert Emotionsregulation und Nähe.
So geht’s:
- Setzt euch gegenüber, haltet Blickkontakt oder atmet im selben Rhythmus.
- Eine Person leitet die Partner*innen-Meditation mit Atem- und Achtsamkeitsfokus an.
- Im Anschluss tauscht ihr euch kurz über die Erfahrungen aus.
21. Stiller Gruppen-Spaziergang 🤫
Warum es wirkt: Gemeinsam in der Stille gehen fördert Fokus und Verbundenheit. Studien zeigen: Achtsames Gehen reduziert Stress und bringt mehr Balance in die Gruppe.
So geht’s:
- Sucht einen geeigneten, sicheren Weg aus.
- Setzt eine gemeinsame Intention, zum Beispiel bewusste Wahrnehmung aller Sinne und der Bewegung.
- Geht gemeinsam in Stille los, beobachtet Schritte, Atem und Umgebung.
- Am Ende Realität und Erfahrungen in der Gruppe reflektieren.
22. Achtsamer Wertschätzungskreis ⭕
Warum es wirkt: Achtsames Dankesagen steigert positive Gefühle und verbindet mehr miteinander. Wer regelmäßig Wertschätzung teilt, fühlt sich nachweislich wohler und stärker im Team.
So geht’s:
- Bildet einen Kreis, alle sind gleichberechtigt dabei.
- Stellt das Sharing-Konzept vor: eine Wertschätzung pro Person, achtsam ausgesprochen.
- Jede*r sagt, wofür im Team oder an einer Person dankbar ist.
- Wertschätzungen werden bewusst angenommen – ohne Relativierung oder Ablehnung.
- Regelmäßiges Üben stärkt das Miteinander nachhaltig!
23. Achtsames Teilen 🔄
Warum es wirkt: In dieser Übung teilt jede Person Gedanken und Gefühle in sicherer Atmosphäre. Durch bewusste, wertfreie Anteilnahme wächst Empathie, emotionale Intelligenz und Zusammenhalt.
So geht’s:
- Gestaltet einen geschützten, vertrauensvollen Raum.
- Legt gemeinsame Regeln fest: Vertraulichkeit, aktives Zuhören, keine Bewertungen.
- Alle teilen reihum ihre Gedanken oder Gefühle, möglichst als „Ich-Botschaften“.
- Die anderen hören mindful zu, ohne Tipps oder Unterbrechungen.
- Anschließend Reflexion: Welche Erkenntnisse ergeben sich für die Gruppe?
Atemübungen für mehr Achtsamkeit
Mit diesen Übungen für achtsames Atmen findest du überall mehr Ruhe und Fokus – jederzeit und überall anwendbar!
24. 4-7-8 Atemtechnik 🌬
Warum sie wirkt: Durch die 4-7-8-Atmung beruhigst du dein Nervensystem, findest Entspannung, schläfst schneller ein – und Studien bestätigen: Dein Herz wird ruhiger, dein Blutdruck sinkt.
So geht’s:
- Atme 4 Sekunden durch die Nase ein.
- Halte 7 Sekunden lang die Luft an.
- Atme 8 Sekunden langsam durch den Mund aus.
- Wiederhole diesen Zyklus 4-5 Mal mit voller Aufmerksamkeit.
25. Wechselatmung (Nadi Shodhana Pranayama) 👃🏿
Warum sie wirkt: Durch abwechselndes Atmen durch das rechte und linke Nasenloch verleihst du deinem Nervensystem Balance, verbesserst die Lungenfunktion und stärkst Konzentration – nachweislich stressreduzierend.
So geht’s:
- Setz dich bequem, verschließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen.
- Atme tief durch das linke Nasenloch ein.
- Halte das linke mit dem Ringfinger zu, löse den Daumen rechts und atme rechts sanft aus.
- Wiederhole im Wechsel – idealerweise 5-10 Minuten lang.
26. Resonanzatmung 💨
Warum sie wirkt: Diese Methode, auch Kohärent- oder Resonanzatmung genannt, passt deinen Atem dem optimalen Rhythmus an und stärkt Herz, Lunge und innere Gelassenheit.
So geht’s:
- Atme 5-6 Sekunden ruhig ein.
- Atme 5-6 Sekunden gleichmäßig aus.
- Versuche, etwa 5 Atemzüge pro Minute zu erreichen.
- Übe täglich 10–20 Minuten für maximale Wirkung.
27. Bauchatmung (Zwerchfellatmung) 🫁
Warum sie wirkt: Tiefe Bauchatmung versorgt dich besonders effektiv mit Sauerstoff, senkt Stress, steigert die Durchblutung und ist wissenschaftlich erprobt für mehr Entspannung.
So geht’s:
- Lege eine Hand auf den Bauch, eine auf die Brust.
- Atme durch die Nase tief in den Bauch – die Hand hebt sich, die Brust bleibt möglichst ruhig.
- Atme langsam durch den Mund aus und spüre, wie der Bauch wieder absinkt.
- Wiederhole für 5–10 Minuten, ganz in Ruhe.
28. Summende Atmung (Bhramari Pranayama) 🎵
Warum sie wirkt: Die summende Atmung beruhigt Körper und Geist, erhöht den Stickstoffmonoxid-Gehalt, stärkt die Atmung und sorgt für angenehme Vibrationen in Kopf und Brustraum.
So geht’s:
- Atme tief durch die Nase ein.
- Atme langsam aus und lasse dabei ein sanftes Summen entstehen (wie eine Biene).
- Genieße die beruhigende Vibration – wiederhole für 5–10 Minuten.
Achtsamkeitsübungen aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT)
Diese Übungen verbinden Achtsamkeit und Emotionsregulation – ein wertvoller Ansatz für innere Stärke und Balance.
29. Beobachten 👀 Beschreiben 📝 Teilnehmen 🤝
Warum sie wirkt: Mit dieser Übung bist du präsent im Hier und Jetzt, ohne zu bewerten. Du gewinnst Distanz, lernst Erfahrungen zu beobachten, sachlich zu beschreiben und dich voll einzubringen.
So geht’s:
- Beobachten: Spüre bewusst Gedanken, Gefühle und deine Umgebung – ohne sie zu verändern oder zu beurteilen.
- Beschreiben: Finde Worte für das, was du erlebst – neutral, zum Beispiel: „Ich merke Druck im Bauch“, statt „Mir geht es schlecht“.
- Teilnehmen: Tauche ganz in deine Aktivität ein, lass alle Ablenkungen und Selbstzweifel ziehen.
30. Radikale Akzeptanz 💖
Warum sie wirkt: Radikale Akzeptanz bedeutet, die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Das ist nicht Gleichgültigkeit – aber der erste Schritt, um weniger an leidvollen Gefühlen zu hängen. Studien bestätigen: Wer akzeptiert, stärkt Gelassenheit und andere Bewältigungsstrategien.
So geht’s:
- Erkenne die Fakten – ohne Urteil.
- Nimm wahr, wenn du Widerstand spürst („Ich wünschte, es wäre anders“). Mache dir klar: Widerstand verschlimmert Leid oft.
- Nutze Akzeptanz-Sätze wie „Es ist wie es ist“ oder „Ich muss es nicht mögen, kann es aber akzeptieren“.
- Fokussiere auf das, was du beeinflussen kannst, statt dich im Grübeln zu verlieren.
- Sei geduldig mit dir – diese Fähigkeit wächst mit der Zeit.
31. Die Halbes-Lächeln-Technik 🙂
Warum sie wirkt: Schon ein kleines, sanftes Lächeln signalisiert deinem Gehirn: Es ist alles gut. Das reduziert Stress und hebt die Stimmung, wie Forschungen zeigen. Probier’s, auch wenn es komisch klingt!
So geht’s:
- Entspann dein Gesicht, lass Stirn, Kiefer und Lippen locker.
- Zieh die Mundwinkel ganz leicht nach oben – kein Grinsen, nur ein kleines, echtes Lächeln.
- Atme ruhig und halte das Lächeln ein paar Minuten, beobachte die Wirkung.
- Nimm die Halbes-Lächeln-Technik immer wieder im Alltag als kleinen Stimmungs-Booster dazu.
32. Die STOP-Regel 🛑
Warum sie wirkt: Mit dieser bewährten DBT-Technik stoppst du automatische Reaktionen, hältst inne und triffst kluge Entscheidungen – vor allem in Stressmomenten.
So geht’s:
- S – Stop: Halte sofort an, was du gerade tust.
- T – Tief durchatmen: Ein- und ausatmen, um dein Nervensystem zu beruhigen.
- O – Orientieren: Beobachte, wie es dir geht – Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen. Ohne Bewertung.
- P – Proceed: Entscheide bewusst, wie du weitergehen willst – achtsam statt impulsiv.
Mit der STOP-Regel bleibst du fokussierter und gestaltest jede Situation bewusster.
33. Faktencheck ✔️
Warum sie wirkt: In intensiven Gefühlen ist es leicht, Situationen falsch einzuschätzen oder vorschnell Schlüsse zu ziehen. Der Faktencheck hilft, Annahmen von Wahrheiten zu unterscheiden – für weniger Stress und mehr Klarheit.
So geht’s:
- Was ist passiert? Bleib bei den Fakten, nicht bei Bewertungen.
- Wie fühlst du dich, wie stark ist dieses Gefühl?
- Stell dir die Frage: „Springe ich zu Schlüssen? Was spricht wirklich für meinen Gedanken?“
- Gibt es andere Erklärungen?
- Passe – falls nötig – deine Gedanken an und reagiere so ausgewogener.
Achtsamkeit am Arbeitsplatz: Beispiele für Übungen
Mit einfachen Achtsamkeitsübungen am Arbeitsplatz kannst du Stress reduzieren, den Fokus verbessern und bewusster mit dir selbst und anderen umgehen. Hier findest du Beispiele für Übungen, die sich leicht in Meetings, Pausen oder sogar zwischen Terminen anwenden lassen – egal ob im Büro, Homeoffice oder unterwegs.
34. Achtsam Gewicht verlagern 👯♀️
„Das ist eine schöne Übung, wenn du in deinem Körper landen willst. Man kann es überall machen, an der Kaffeemaschine, aber auch im Stehen, zum Beispiel im Bus, wo man sich besonders auf sein Gleichgewicht konzentrieren kann. Diese Übung ist ideal, wenn es dir schwerfällt, stillzusitzen, oder in Situationen, in denen du einfach nicht sitzen kannst. Es ist eines meiner Lieblingsübungen, denn es bringt dich in Kontakt mit deinem Körper und deinen Gefühlen“, sagt Psychologin Pia Linden.
Und so geht’s:
- Stelle dich aufrecht hin und richte deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung. Atme einige Male leise ein und aus.
- Stelle deine Füße fest auf den Boden und spüren deine Verbindung mit der Erde unter dir.
- Verlagere nun langsam dein Gewicht nach rechts. Bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden und versuche, dein Gleichgewicht zu halten. Achte darauf, wie weit du dich nach rechts neigen kannst, bis du das Gleichgewicht verlierst.
- Dann verlagere dein Gewicht nach links und mache dasselbe. Dann lehne dich nach vorne. Und dann rückwärts. Wiederhole dies so oft wie du möchtest.
- Achte dann darauf, wie du deine Aufmerksamkeit während der gesamten Übung darauf gerichtet hast, dein Gewicht zu verlagern und nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
35. Emotionale Selbstregulierung mit der RAIN-Methode ☔️
Die RAIN-Methode ist eine bekannte Achtsamkeitstechnik, um starke Emotionen zu erkennen, zu akzeptieren und zu regulieren. Diese Achtsamkeitsübung ist ideal für stressige Situationen im Berufsleben.
36. Achtsamkeitsanker ⚓
„Dies ist eine großartige Übung für alle, aber vor allem für Menschen, die gerne Achtsamkeit üben möchten, aber keine Zeit für Meditation finden“, so Linden.
Der Achtsamkeitsanker basiert auf einem psychologischen Mechanismus, bei dem man einen neuen Gedanken oder eine neue Aktivität mit einer bestehenden Gewohnheit verknüpft, was es leichter macht, diese aufrechtzuerhalten.
Und so geht’s:
- Wähle eine alltägliche Tätigkeit wie Zähneputzen, Kaffee machen, sich an den Schreibtisch setzen oder die Schnürsenkel binden, und nutze diese Routine als Erinnerung, sie achtsam zu tun. Du verwendest also diese Routine als „Anker“.
- Mache jedes Mal, wenn du diese Aktivität durchführst, eine kurze Pause. Du kannst deine Augen für einen Moment schließen und drei bewusste Atemzüge machen. Fahre dann mit dem fort, was du gerade tust, aber tue es mit voller Aufmerksamkeit. Das heißt, versuche, deine Aufmerksamkeit bewusst auf die anstehende Aufgabe zu richten. Wann immer deine Gedanken abschweifen, nehme es wahr und lasse sie dich zu dem zurückkehren, was du gerade tust. Versuche, ganz präsent zu sein.
- Du kannst dich auch selbst herausfordern, indem du diese Übung zunächst für eine Woche oder ein paar Wochen durchführst.
Achtsam leben: Wie es funktionieren kann
Die Art und Weise, wie wir leben – immer erreichbar, reizüberflutet, gehetzt und gestresst – ist auf Dauer nicht gut für uns. Auch nicht auf kurze Sicht, obwohl es manchmal schwierig ist, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Es wird oft angenommen, dass wir mit geschlossenen Augen stillsitzen müssen, um die Vorteile der Achtsamkeit zu nutzen. Das kann allerdings den Einstieg erschweren und ist nicht notwendig. Es ist also völlig okay, wenn du dir vornimmst, achtsamer zu leben, aber noch nicht genau weißt, wie.
Du möchtest eine Routine, die für dich funktioniert? Die Psycholog*innen von OpenUp können dich persönlich dabei unterstützen, Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren.