5 Tipps für den Umgang mit ambitionierten Zielen im Job

Annemarie Andre

Von Annemarie Andre Überprüft von Psycholog*in Eva Rüger

4 min
Girl putting her head on the desk, behind her a dart

Kein Plan, wie du die Ziele auf der Arbeit erreichen kannst? So geht es vielen. Nicht immer spornen uns hohe Zielvereinbarungen an, unser Bestes zu geben. Ziemlich oft lassen sie uns überfordert und unmotiviert zurück.

In diesem Artikel gibt die OpenUp-Psychologin Eva Rüger einige Tipps, wie man diesen Herausforderungen besser begegnen kann, damit du deine neuen Ziele selbstbewusst angehen kannst.

Warum Ziele nützlich sind und dir sogar helfen

Wie stehst du zu Zielvereinbarungen im Job? Findest du es praktisch, dich daran zu orientieren oder hältst du sie für etwas, das sich Führungskräfte gerne ausdenken? Wenn du dich von neuen Zielen überfordert fühlst, solltest du zuerst deine eigenen Gedanken und Gefühle reflektieren. 

Du kannst dich fragen, wie deine Einstellung gegenüber Zielen ist und woher sie kommt. Vielleicht empfindest du neue Ziele als überwältigend, weil du damit früher negative Erfahrungen gemacht hast? Oder vielleicht hast du wie beim Hochstapler-Syndrom eine innere Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, dass du das alles ja gar nicht kannst?

Nimm dir Zeit, um deinen Gefühlen auf den Grund zu gehen und wage dich dann mit einem frischen Blick erneut an deine Zielvorgaben. An sich können sie nämlich durchaus nützlich sein und dir sogar dabei helfen, deine Arbeit besser einzuteilen und zu priorisieren.

Wenn Ziele effektiv gesetzt werden, können sie tatsächlich helfen:

  • Sich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren
  • Klarheit zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden zu schaffen
  • Die persönliche und berufliche Entwicklung zu fördern
  • Verantwortung und Motivation zu unterstützen

Wenn Zielvereinbarungen konstruktiv sind, fördert das im Idealfall deine Motivation und ermöglicht dir, deine Erfolge am Ende auch gebührend zu würdigen und zu feiern. Und selbst wenn du sie nicht erreichst, kommst du an deine Ziele vermutlich näher dran, als wenn du einfach so weitergemacht hättest wie zuvor. 

Entscheidend für den Erfolg von Zielen ist jedoch, dass sie realistisch und erreichbar sind.

So sehen gesunde und realistische Ziele aus

Wenn du dich von den gesetzten Zielen überfordert fühlst, lohnt es sich, erst mal Abstand zu gewinnen und sie genau unter die Lupe zu nehmen. „Es ist ganz normal, dass wir uns auch mal überfordert fühlen. Um wieder zur Ruhe zu kommen und Energie zu tanken, ist es erstmal gut, das Gefühl der Überforderung wahrzunehmen”, sagt Psychologin Eva Rüger. 

„Versuche (auch physisch) aus der Situation herauszukommen. Verlasse den Schreibtisch oder gehe, wenn möglich, in der Mittagspause raus an die frische Luft”, empfiehlt Eva und fährt fort: „Wenn du dich wieder ruhiger fühlst, kannst du die Zielvereinbarung anschauen und hinterfragen.” 

Du kannst dir die folgenden Fragen stellen: Ist das Ziel machbar? Kenne ich den Grund für dieses Ziel? Wie konkret und greifbar sind die Schritte, die zum Ziel führen? 

Übrigens: Eine McKinsey-Studie besagt, dass Mitarbeitende Zielvereinbarungen als fair und effektiv empfinden, wenn drei Elemente gegeben sind: 

  1. Die individuellen Ziele sind mit den Zielen des Unternehmens verknüpft 
  2. Effektive Coaching-Maßnahmen sind gegeben 
  3. Mitarbeitende werden für das Erreichen von Zielen kompensiert

Wenn dir etwas unklar ist, kann ein Gespräch mit deiner Führungskraft helfen, die Erwartungen zu klären und dich in die richtige Richtung zu lenken.

Tipps, um konstruktive Ziele zu erreichen

Nachdem du dir Zeit genommen hast, um nach der ersten Welle der Überforderung wieder zur Ruhe zu kommen, kannst du damit beginnen, Pläne für die Umsetzung zu schmieden.

Diese Tipps helfen dir dabei: 

🎯 Formuliere deine Ziele so konkret wie möglich

Achte bereits bei der Besprechung deiner Ziele mit deiner Führungskraft darauf, dass sie so konkret wie möglich sind. „Ziele, wie etwas besser, mehr oder weniger zu tun, können schnell schwammig wirken und es schwierig machen, einen ersten Schritt zu definieren und dann auch zu gehen”, sagt Eva. Wenn es für dich schwierig ist, das Ziel greifbar zu machen, dann beantworte dir folgende Fragen: Was ist anders, wenn ich das Ziel erreicht habe? Woran würde ich erkennen, dass ich am Ziel bin? Woran würden andere erkennen, dass ich es erreicht habe?

🪜 Unterteile das Ziel in einzelne Schritte

Vor allem Ziele, die durch ein Projekt über einen langen Zeitraum erreicht werden, können Überforderung verursachen. Versuche daher, das große Ziel in möglichst kleine Schritte zu unterteilen. „Halte die Teilziele machbar und frage dich, was der erste Schritt ist, den du schon heute auf das Ziel zugehen kannst, selbst wenn er auch noch so klein ist”, empfiehlt Eva.

📝 Priorisiere deine Aufgaben

Welche täglichen Aufgaben tragen wirklich zu der Erreichung deines Zieles bei? Bekannte Methoden wie das Pareto-Prinzip können dir dabei helfen, den unterschiedlichen Aufgaben Werte zu verleihen und unwichtige Aufgaben hintenan zu stellen, wenn sie nicht zur Zielerreichung beitragen. „Das Warum hinter den Zielen zu hinterfragen, kann dir nicht nur dabei helfen, den richtigen Antrieb, die Energie und die Motivation für die Aufgabe zu finden, sondern auch dabei, die einzelnen Aufgaben zu priorisieren”, so Eva.

💬 Kommuniziere deine Ziele und schaffe Verbindlichkeit

Bei spezifischen Zielen kann es helfen, andere mit einzubinden und so Verbindlichkeit zu schaffen. Wenn du deine Fortschritte mit einem*r Mentor*in, Kolleg*in oder Freund*in teilst, kann dir das helfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Eva rät: „Im beruflichen Kontext ist es wichtig, Herausforderungen klar zu kommunizieren und zu ermitteln, welche Unterstützung du von anderen benötigst, um deine Ziele zu erreichen. Ein offener Dialog mit deiner Führungskraft oder deinem Team kann sicherstellen, dass deine Ziele sowohl erreichbar als auch mit den übergeordneten Zielen in Einklang sind.“

🗓️ Plane vorausschauend

Gutes Zeitmanagement ist essentiell für jedes Projekt. Denk daran, dass du nicht jede Woche gleich viel Zeit und Energie zur Verfügung hast und plane deshalb vorausschauend. Eva empfiehlt, ein Ziel nach dem anderen anzugehen. „So kannst du deinen Fokus und deine Energie ganz auf das richten, was gerade im Vordergrund steht.”

Das Erreichen neuer Ziele kann eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Einstellung und Vorbereitung können sie zu Möglichkeiten für Wachstum werden. Wenn du dir klare Ziele setzt, diese in überschaubare Schritte unterteilst und eine offene Kommunikation pflegst, bist du besser in der Lage, motiviert zu bleiben und erfolgreich zu sein.

Möchtest du weitere Hilfe bei der Erreichung beruflicher oder persönlicher Ziele?

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