Pride & mentales Wohlbefinden: Warum es zählt

Niamh Pardi

Von Niamh Pardi

6 min
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Internationally, Pride Month traditionally takes place in June – in major cities like New York, London, Barcelona, ​​and Rome. In Berlin and other German cities, however, Pride Month, including Christopher Street Day and its famous parades, doesn’t begin until July.

Pride ist nicht nur eine bunte Parade und ein ausgelassenes Fest. Hinter all dem Glanz und Glitter geht es darum, Errungenschaften zu feiern, die Herausforderungen, denen Menschen in einer vielfältigen Gemeinschaft gegenüberstehen, anzuerkennen und Forderungen nach Empathie und Solidarität zu erheben.

In diesem Artikel erfährst du, wofür Pride steht und wie du dein mentales Wohlbefinden verbessern kannst, indem du dich für Akzeptanz und Inklusion einsetzt.

Was ist Pride?

Obwohl die Pride heute in zahlreichen Ländern weltweit gefeiert wird, begann sie am 28. Juni 1969 mit den Stonewall-Unruhen als Protestveranstaltung. An diesem Tag wehrte sich die LGBTQIA+-Community gegen eine Polizeirazzia in einer queeren Bar in Manhattan, New York. Die Bar befindet sich übrigens in der Christopher Street – daher auch die Bezeichnung Christopher Street Day, die in Deutschland oft verwendet wird. Durch die Berichterstattung in den Medien wurde der Kampf der LGBTQIA+-Community sichtbar und das Bewusstsein für die Notwendigkeit, für gleiche Rechte einzutreten, gestärkt.

LGBTQIA+…was heißt das eigentlich?

LGBTQIA+ ist eine Abkürzung aus dem Englischen, die verschiedene Identitäten repräsentiert: lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle/transgender, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen. Was bedeuten die einzelnen Begriffe genau und warum wird die Abkürzung LGBTQIA+ oft verwendet? Das erfährst du hier ganz einfach erklärt.

Auch wenn die Gesellschaft bei der Unterstützung der LGBTQIA+-Community schon viel erreicht hat, ist der Fortschritt nie linear und es gibt noch viel zu tun. Das ist einer der Gründe, warum wir Pride feiern: um eine inklusivere und gerechtere Gesellschaft mitzugestalten.

Im Grunde geht es bei Pride darum, anderen das Gefühl zu geben, wertgeschätzt und akzeptiert zu werden, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Wenn wir Vielfalt feiern und annehmen, machen wir positive Schritte in Richtung eines besseren mentalen Wohlbefindens für alle.

 „Gleichberechtigung bedeutet mehr als die Verabschiedung von Gesetzen. Der Kampf wird in den Herzen und Köpfen der Menschen ausgetragen, dort, wo es wirklich zählt.“ – Barbara Gittings

Was lehrt uns Pride?

Pride bietet uns eine hervorragende Gelegenheit, um die LGBTQIA+-Community und die Vielfalt in unserer eigenen Kreisen zu feiern. Pride kann uns wieder daran erinnern, aufgeschlossener zu sein und andere so zu akzeptieren, wie sie sind.

Während des Pride Months und darüber hinaus können wir versuchen, uns mit Menschen zu solidarisieren, die sich vielleicht noch nicht wohl genug fühlen, um ihr wahres Ich, zum Beispiel am Arbeitsplatz, zu zeigen. Das ist besonders wichtig, denn ein Eckpfeiler des mentalen Wohlbefindens ist es, dass wir alle psychologische Sicherheit spüren.

Pride trägt dazu bei, dass sich alle von der Gesellschaft wertgeschätzt und akzeptiert fühlen, was für das mentale Wohlbefinden unerlässlich ist. Werfen wir einen Blick darauf, wie das Feiern von Pride das mentale Wohlbefinden für alle verbessern kann:

1. Verbundenheit

Verbundenheit ist ein Grundpfeiler des mentalen Wohlbefindens. Pride erinnert uns eindringlich daran, dass niemand allein ist. Für viele LGBTQIA+-Personen tragen Pride-Veranstaltungen, Communities und Erfahrungen dazu bei, ein tiefes Gefühl der Inklusion und Zugehörigkeit zu entwickeln. Durch gemeinsames Feiern, bedeutungsvolle Gespräche und sichtbare Unterstützung stärkt Pride soziale Bindungen und erinnert die Menschen daran, dass sie wertvoll sind.

2. Identität

Wenn Menschen sich in ihrer Identität bestätigt und für das, was sie sind, respektiert fühlen, schafft dies eine starke Grundlage für das mentale Wohlbefinden. Pride bietet die Möglichkeit, offen und stolz zu feiern, oft in Gesellschaft anderer, die diesen Weg teilen oder unterstützen. Diese gemeinsame Erfahrung kann eine tiefe Bestätigung sein und dazu beitragen, dass sich Menschen selbstbewusster, besser verstanden und mit sich selbst wohl fühlen. Die öffentliche und positive Feier der Identität bekräftigt, dass jeder Mensch so akzeptiert werden sollte, wie er ist.

3. Allyship

Pride inspiriert die Gesellschaft oft dazu, ihre Unterstützung zu zeigen und sich für die LGBTQIA+-Community in Form von Allyship einzusetzen. Die Harvard Business Review definiert Allyship als „ein lebenslanger Prozess des Aufbaus und der Pflege von unterstützenden Beziehungen zu unterrepräsentierten, marginalisierten oder diskriminierten Personen oder Gruppen mit dem Ziel, die Integration voranzutreiben“. Verbündete können einen sicheren Raum und eine Quelle der Ermutigung bieten, wenn die Dinge schwierig sind.

4. Repräsentation

Pride kann eine wichtige Rolle bei der Verbesserung des mentalen Wohlbefindens spielen, indem es der LGBTQIA+-Community die Repräsentation bietet, die sie braucht – und verdient. Es ist wichtig, dass LGBTQIA+-Personen in allen Bereichen der Gesellschaft vertreten sind – am Arbeitsplatz, in Führungspositionen, in den Medien, im Bildungswesen und darüber hinaus. Diese Art der Sichtbarkeit stärkt nicht nur das Selbstwertgefühl der einzelnen Person, sondern trägt auch zu einer integrativeren, toleranteren Gesellschaft bei, in der sich alle entfalten können.

5. Etwas zurückgeben

Studien zeigen, dass es gut für unser mentales Wohlbefinden ist, etwas zurückzugeben. Es gibt uns ein Gefühl von Sinnhaftigkeit, Zugehörigkeit und Dankbarkeit. Wenn du dich an Pride-Aktivitäten beteiligst, kannst du dich positiver fühlen, da du zu einem höheren Ziel beiträgst. Ganz gleich, ob du an einer Parade teilnimmst, ein Treffen organisierst oder dich für eine LGBTQIA+-Aktion engagierst – es wird bei dir ein gutes Gefühl auslösen!

Wie deine Organisation die LGBTQIA+ Community unterstützen kann

Bewusstsein für die LGBTQIA+ Community zu schaffen, ist ein wichtiger erster Schritt – aber dabei darf es nicht bleiben. Entscheidend sind konkrete, kontinuierliche Maßnahmen, die eine inklusive Unternehmenskultur fördern und wirklich etwas verändern.

Stellt euch dabei folgende Fragen, wenn ihr die Inklusivität eurer Organisation unter die Lupe nehmt:

🧑🏿‍💼 Wie hören wir LGBTQIA+ Teammitgliedern und Mitarbeitenden aus anderen marginalisierten Gruppen zu?

🗣️ Wie ermutigen wir Menschen, ihre Erfahrungen zu teilen – und wie geben wir ihnen die Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben, ohne sie unter Druck zu setzen?

🤝 Was tun wir konkret, damit sich wirklich alle zugehörig fühlen?

🧩 Welche praktischen Schritte können wir gehen, um LGBTQIA+ Personen am Arbeitsplatz zu unterstützen?

Handeln und Verantwortung übernehmen

Es ist wichtig, dass sich sowohl die Organisation als Ganzes als auch die Führungskräfte aktiv dafür einsetzen, dass sich LGBTQIA+ Mitarbeitende sicher, willkommen und unterstützt fühlen. Hier ein paar konkrete Ansätze:

  • Inklusive Sprache nutzen: Teile deine Pronomen, wenn du dich damit wohlfühlst. Vermeide es, Geschlecht oder Pronomen aufgrund von Äußerlichkeiten anzunehmen.
  • Offen fragen – und wirklich zuhören: Sei neugierig und offen. Es gibt viel zu lernen, wenn wir uns ehrlich für die Perspektiven anderer interessieren.
  • Menschen als Individuen sehen: Informiere dich über die unterschiedlichen Hintergründe, Identitäten und Communities in deinem Team.
  • LGBTQIA+ Mitarbeitende in DEI-Prozesse einbeziehen – ohne sie zu überlasten: Ihre Perspektiven sind wertvoll, aber niemand sollte die emotionale oder aufklärerische Arbeit übernehmen müssen, wenn das nicht gewollt ist.

Sich wertgeschätzt, akzeptiert und für unsere Identität anerkannt zu fühlen, ist wichtig für unser mentales Wohlbefinden. Echte Fürsorge, Neugier und die Bereitschaft, etwas zu lernen, sind ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung vielfältiger Gemeinschaften – nicht nur im Pride Month, sondern das ganze Jahr über.

Braucht du individuelle Unterstützung – zu diesem Thema oder etwas anderem?

Egal, wobei du dir gerade Begleitung wünschst – unsere Expert*innen sind für dich da.

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